S+
Oliver Rohrer: Für ihn geht es nun nach Deutschland. © AlPa Photography

a Serie D

Oliver Rohrer: Für ihn geht es nun nach Deutschland. © AlPa Photography

Kultklub St. Pauli ruft: Obermais-Held startet neue Karriere

Der FC Obermais hat mit seinem phänomenalen Klassenerhalt in der Serie D ganz Fußball-Südtirol verzückt. Einer der FCO-Helden schlägt nun jedoch einen neuen, außergewöhnlichen Weg im hohen Norden Deutschlands ein.

Die fußballerische Laufbahn von Oliver Rohrer liest sich wie ein kleines Märchen. Vor nicht allzu langer Zeit rührte der Abwehrmann noch bei seinem Heimatverein FC Tirol in der 1. Amateurliga Beton an, dann wagte er den Sprung zu St. Pauls in die Oberliga, konnte dort voll überzeugen – und landete schließlich beim FC Obermais in der Serie D. In der semiprofessionellen vierten Liga stand der 27-Jährige in der abgelaufenen Wunder-Saison 15 Mal seinen Mann und erzielte einen Treffer.


„Als ich noch in Tirol spielte, hätte ich mir nie erträumt, dass ich es mal in die Serie D schaffen würde“, so Rohrer. Was er während seiner Zeit in Tirol wohl auch nicht gedacht hätte: In wenigen Wochen wird der Burggräfler seine Südtiroler Heimat hinter sich lassen und nach Hamburg auswandern, um dort in der Jugendabteilung von Traditionsklub St. Pauli als Trainer zu arbeiten.

Oliver Rohrer brachte es auf 15 Serie-D-Einsätze. © Patrick Schwienbacher

Oliver Rohrer brachte es auf 15 Serie-D-Einsätze. © Patrick Schwienbacher


„Der Fußball ist für mich schon seit jeher das Wichtigste“, erklärt Rohrer, der seit über einem Jahrzehnt als Coach der SPG Riffian Schenna Tirol tätig ist. So war er in der abgelaufenen Saison nicht nur Spieler des FC Obermais, sondern trainierte auch die U12 und U15 seines Heimatklubs – und fungierte obendrein noch als Jugendkoordinator. Für das Trainerwesen ist Rohrer also schon seit jeher Feuer und Flamme. „Mein langfristiges Ziel war deshalb immer, hauptberuflich Trainer im Jugendfußball zu sein. Und nun hat sich diese Gelegenheit in Hamburg ergeben“, so Rohrer.

Zwei Jugendteams und selbst noch Spieler

In rund drei Wochen wird der 27-Jährige seinen Lebensmittelpunkt an die Hafenstadt im Norden Deutschlands verlegen. Bei Traditionsklub St. Pauli, der vor Kurzem von der Bundesliga abgestiegen ist, trainiert Rohrer dann die Neun- bis Elfjährigen. Gleichzeitig wird er die U17-Mannschaft des Buchholzer FC übernehmen, das ist einer der Partnervereine von St. Pauli, der dasselbe Ausbildungskonzept wie der Profiklub verfolgt.

„Alleine dort gibt’s einen Trainerstab von drei Leuten, es wird schon mit Videoanalysen gearbeitet“, so Rohrer. Und so ganz nebenbei schnürt sich der Dorf Tiroler beim TSV Elstorf – der vor dem Aufstieg in die sechste Liga steht – auch noch selbst die Fußballschuhe.

Oliver Rohrer spielte auch für Südtirols Europeada-Auswahl. © Preben Christensen

Oliver Rohrer spielte auch für Südtirols Europeada-Auswahl. © Preben Christensen


Bis zum vergangenen Jänner führte Rohrer mit seinem Bruder Armin ein Obst- und Lebensmittelgeschäft in Tirol, dieses haben die Brüder jedoch verkauft. Während Armin, der in der laufenden Saison den FC Tirol in der 1. Amateurliga als Spielertrainer betreute, nun als Coach in die Jugendabteilung des FC Südtirol wechselt, zieht es Oliver nach Deutschland. Doch wie ist es überhaupt dazu gekommen?
„Mein Ziel ist es, den Sprung in den professionellen Jugendbereich zu schaffen.“ Oliver Rohrer

„Bei einem Weiterbildungskurs in Wolfsburg im vergangenen Oktober knüpfte ich einen Kontakt zum Leiter des Nachwuchsbereiches von St. Pauli. Es hat gut gepasst, und deshalb habe ich mich dort beworben. Im Frühjahr musste ich durch einen Bewerbungsprozess, wobei ich unter anderem Videos von meinen Trainings mit den Jugendteams schicken musste. In St. Pauli hat man das für gut empfunden, und so haben wir uns geeinigt“, so Rohrer, der einen Zweijahresvertrag unterschrieben hat und Ende Juni seine neue Wohnung in Hamburg beziehen wird.

„Die Vorfreude ist riesig“, freut sich Rohrer, der ergänzt: „Für den Fußball gehe ich noch einmal All Inn. Ich habe jetzt die Chance, mich zu beweisen. Mein Ziel ist es, den Sprung in den professionellen Jugendbereich zu schaffen.“ Das Märchen des Oliver Rohrer – es bekommt also ein weiteres, abenteuerliches Kapitel.

Kommentare (0)

Bestätigen Sie den Aktivierungslink in unserer E-Mail, um Ihr Konto zu verifizieren und Kommentare zu schreiben. Aktivierungslink erneut senden
Vervollständigen sie Ihre Profil-Angaben, um Kommentare zu schreiben.
Profil bearbeiten

Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen.

© 2026 First Avenue GmbH