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Seit Januar 2012 spielt „Jack“ Degasperi für Bassano Virtus... ...zuvor schnürte er sechs Monate in Taranto... ...und elf Jahre für Cittadella die Fußballschuhe.

Joachim Degasperi – 300 Profispiele und kein bisschen müde

Es ist ruhig geworden um Südtirols ehemals größtes Fußballtalent. Dabei hat es Joachim Degasperi mittlerweile auf 301 Profieinsätze und 39 Tore in drei verschiedenen Spielklassen geschafft. Im Augenblick steht der Bozner bei Bassano Virtus in der 2. Division unter Vertrag. SportNews hat ihn kontaktiert und sich mit ihm über zwölf Jahre Profifußball unterhalten.


Gratulation zum 300. Pflichtspieleinsatz im italienischen Profifußball. Haben Sie das Jubiläum gebührend gefeiert?

Um ehrlich zu sein, überhaupt nicht. Ich habe selbst erst vor kurzem erfahren, dass ich die 300er-Marke geknackt habe. Zudem ist mir im Augenblick nicht zu Feiern zu mute. Ich will endlich meine Leistenverletzung überwinden, um Bassano im Aufstiegsrennen unter die Arme greifen zu können.


Sie sind gerademal 30 Jahr alt, zählen aufgrund Ihrer Erfahrung aber bereits zum „alten Eisen“ in den unteren Profiligen. Wie fühlt sich das an?

Ich fühle mich in meiner Rolle pudelwohl. Bislang hatte ich meist ältere Mitspieler, es ist in dieser Saison erstmals der Fall, dass ich wirklich zu den routinierteren in der Mannschaft zähle. Unser Team besteht aktuell zum großen Teil aus 19- bis 22-Jährigen. Es ist unheimlich spannend, den jungen Spielern bei ihrer Entwicklung zur Seite zu stehen und ihnen Tipps zu geben.


Sie haben den FC Südtirol und Ihre Heimat als 18-Jähriger verlassen. Was waren seitdem die prägendsten Erlebnisse in Ihrer Karriere?

Da stechen sicherlich drei Spielzeiten besonders hervor. Zum einen mein erstes Jahr als Teenager in der Serie B und mein erstes Tor, zum anderen die Rückkehr mit Cittadella in die Serie B. Aber auch die sportlich wenig erfolgreichen sechs Monate in Taranto haben mich sehr geprägt. Ich möchte dieses einmalige Erlebnis, so fern von zuhause, nicht missen.


Es nicht allzu lange her da sind Sie noch mit Cittadella in den Playoffs am Aufstieg in die Serie A vorbeigeschrammt, jetzt spielen Sie in der vierten Liga bei Bassano. Ist in Ihrer Karriereplanung etwas schief gelaufen?

Nein, das würde ich nicht sagen. Sicherlich hätte meine Laufbahn weiter nach oben führen können, doch ich kann mir nichts vorwerfen. In den entscheidenden Momenten muss man einfach am richtigen Ort sein. Das war bei mir in Cittadella der Fall, wo ich elf wunderschöne Jahre hatte. Den einzigen richtigen Knick in meiner Karriere hatte ich nach meinem Wechsel nach Bassano. Dort sind wir nach sechs Monaten in die 2. Division abgestiegen. Der Verein hat damals viel Geld für mich investiert, das ich bis heute noch nicht mit sportlichen Leistungen zurückzahlen konnte.


Sie haben insgesamt fünf Jahre in der Serie B gespielt. Welchen Rat können Sie Spielern wie Manuel Scavone oder Manuel Fischnaller mit auf dem Weg geben, die versuchen, sich in der zweithöchsten Liga durchzuboxen?

Da müssten Sie vielleicht Simon Laner fragen, der bei einem absoluten Spitzenverein in der zweiten Liga unter Vertrag steht und selbst schon in der Serie A aktiv war. Ich kann den beiden nur raten, viel Geduld zu haben und weiter hart an sich zu arbeiten. Scavone muss nichts mehr beweisen, er ist mit Novara schon in die Serie A aufgestiegen. In Reggio Calabriahalten siegroße Dinge auf Fischnaller. Er wird seine Chance sicherlich bekommen.


Wie lange noch werden wir Joachim Degasperi in den verschiedensten italienischen Fußballstadion sehen?

Ich hoffe noch ein paar Jahre, denn nach wie vor verspüre ich große Freude beim Fußballspielen. Im Sommer läuft mein Vertrag bei Bassano aus. Ich hoffe, dass ich weiter im Veneto, meiner zweiten Heimat, bleiben kann. Ich mache aber keinen Hehl daraus, dass es mein Traum wäre, nochmal für den FC Südtirol zu spielen. Vermutlich verfolgt der Verein aber im Augenblick ganz andere Ziele.


Ich nehme an Sie werden dem Fußball auch nach Ihrer Zeit als Aktiver treu blieben…

Ich habe keine Alternativen, denn ich kann ja gar nichts anderes außer Fußballspielen (lacht). Die Chancen am Arbeitsmarkt sehe ich auch nicht rosig. Nein im Ernst, mein Ziel ist es, später einmal als Trainer zu arbeiten.




Joachim Degasperis Karriere in Zahlen:

Serie B
Cittadella- 93 Spiele, 4 Tore

Lega Pro, 1. Division (ex Serie C1)
Cittadella- 183 Spiele, 33 Tore
Taranto- 6 Spiele, 0 Tore
Bassano- 11 Spiele, 2 Tore

Lega Pro, 2. Division
Bassano- 8 Spiele, 0 Tore

Serie D
FC Südtirol- 35 Spiele, 9 Tore


Autor: sportnews

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