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Scavone verbuchte 4 Saisontore - das letzte im Playoff-Finale (parmacalcio1913.com) Parma ist bereits Scavones 5. Profi-Station, nach Pro Verdelli, Bari, Novara und dem FCS

Manuel Scavone: „So etwas habe ich noch nie erlebt“

Vor genau einer Woche hat Parma den Aufstieg in die Serie unter Dach und Fach gebracht. Was sich seitdem in der fußballverrückten norditalienischen Stadt abspielt, schildert der Bozner Manuel Scavone. Er avancierte beim ehemaligen Europapokalsieger zum großen Aufstiegshelden.


Manuel Scavone, wie präsent sind die Bilder des 17. Junis heute in Ihren Gedanken?


„Diese Emotionen wirken extrem nach, das wird auch noch einige Wochen dauern. Uns haben 7.000 Fans zum Playoff-Finale nach Florenz begleitet, die Stimmung war gigantisch. Mit Schlusspfiff fiel der ganze Druck ab, es war der Startschuss der Feierlichkeiten.“


Wie ausgiebig wurde denn gefeiert?

„Das war schon heftig. Los ging es im Stadion in Florenz unter unserem Fanblock, dann wurde in der Kabine weitergefeiert, ehe wir am späten Abend in Parma von jubelnden Massen empfangen wurden. Wir sind mit dem Bus durch die Stadt gefahren und von überall haben uns Fans zugewunken und geklatscht. So etwas hatte ich vorher noch nie erlebt. Diese Bilder vergisst man so schnell auch nicht.“


Hat sich der Hype mittlerweile gelegt?

„Es hat sich alles etwas beruhigt, doch wenn ich zu Fuß durch die Stadt laufe, werde ich immer wieder angehalten und beglückwünscht. Es geht einem wirklich nah, wenn ältere Menschen erzählen, sie hätten am Abend des Finalsiegs gegen Alessandria Tränen vergossen. In solchen Augenblicken merkt man den Stellenwert, den der Fußball in Parma hat. Ich habe diese Woche wirklich sehr genossen, doch jetzt freue ich mich auf den Urlaub.“


Sie haben beim 2:0-Finalsieg gegen Alessandria getroffen und wurden so zum Aufstiegshelden. Ehrt Sie das ganz besonders?

„Ich bin natürlich sehr froh, meinen Beitrag geleistet zu haben. Ich bin von der Serie B in die Lega Pro gewechselt, um mit Parma aufzusteigen. Ich denke, ich habe die Erwartungen erfüllt, die der Verein in mich gesetzt hat.“


Parma hat sich den Durchmarsch von der Serie D in die Serie A zum Ziel gesetzt. Folgt der nächste Klassensprung bereits im kommenden Jahr?

„Hier muss ich entschieden auf die Euphoriebremse steigen. Wir dürfen nichts überstürzen, denn ein Verein muss sich erstmal einer neuen Liga anpassen. Dieses Projekt kann nur erfolgreich sein, wenn wir gesund mitwachsen und einen Schritt nach dem nächsten setzen. Auch in dieser Saison galten wir als großer Aufstiegsfavorit. Phasenweise haben uns die Fans bereits bei 1:0-Siegen mit Pfiffen verabschiedet. Diesem Druck waren wir nicht gewachsen und konnten deshalb auch nicht mit Venezia schritthalten. Der Qualität im Kader und unserer Charakterstärken können wir es verdanken, dass wir es über den Umweg der Playoffs geschafft haben. Das sollte jedoch eine Lehre sein.“


In Ihren Worten merkt man, dass Ihnen die Zukunft des Vereins am Herzen liegt. Doch wie sieht es mit Ihrer persönlichen Zukunft aus? Gehen Sie den Weg in Richtung Serie A gemeinsam?

„Parma zählt gewiss zu den 15 wichtigsten und renommiertesten Vereinen Italiens. Es ehrt mich, für solch einen Klub auflaufen zu dürfen. Ich habe hier noch zwei Jahre Vertrag, deshalb plane ich in keine andere Richtung. Mit meinen 30 Jahren zähle ich mittlerweile zu den erfahreren Spielern, die den Jungen den Weg weisen können. Sicherlich wird die Vereinsführung den Kader im Sommer aufrüsten. Ich will mich nicht auf die Bank setzen müssen, doch starke Konkurrenz muss ich bei Parma einfach erwarten. Ansonsten bräuchten wir erst gar nicht von der Serie A träumen.“


Da wären wir wieder beim Thema Aufstieg. Der jüngste war bereits der vierte Klassensprung in ihrer Karriere, nach denen mit dem FC Südtirol, Novara und Pro Vercelli. Welcher war denn der schönste?

„Der Aufstieg mit Parma ist sicherlich etwas besonderes, weil einfach große Erwartungen in uns gesteckt wurden und wir schließlich eine ganze Stadt in Jubel versetzen konnten. Der bewegendste Erfolg bleibt aber jener, den ich mit dem FC Südtirol feiern durfte. Wir waren eine ganze Reihe an jungen, einheimischen Spielern, die damals mit dem Drittligaaufstieg Historisches geschafft haben. Das liegt jetzt zwar bereits sieben Jahre zurück, doch der FC Südtirol ist mein Heimatverein, an dem nach wie vor mein Herz hängt.“



Fragen: Alexander Foppa

Autor: sportnews

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