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In Turin kam es zu einer Massenpanik Claudio Dellasega, Spieler von Weinstraße Süd

Massenpanik in Turin: „Wir wurden zu Boden getrampelt“

Es hätte ein Fußballfest werden sollen, daraus geworden ist eine Chaos-Nacht: Am Samstagabend kam es in Turin beim Public Viewing des Champions-League-Finals zwischen Juventus und Real Madrid zu einer Massenpanik, bei der über 1500 Menschen verletzt wurden. Ein heimischer Fußballer war mittendrin – und schildert uns die schockierenden Ereignisse aus seiner Sicht.

Haufenweise Schuhe und Taschen, Glasscherben und Blut – die Piazza San Carlo war am Samstagabend ein Ort des Chaos. Rund 30.000 Fans hatten sich im Herzen Turins eingefunden, um das Finalspiel „ihrer“ Juventus gegen Real Madrid zu verfolgen. Kurz vor Ende der Partie brach dann plötzlich Panik unter den Fans aus – was der Auslöser war, ist bisher immer noch ungeklärt. Angeblich soll ein Knallkörper die Menschen in Angst und Schrecken versetzt haben. Die Panik breitete sich jedenfalls rasant schnell aus, Menschen liefen davon, wusstennicht wohin, fielenzu Boden und überranntensich. Am Ende verletzen sich 1500 Fans, drei darunter schwer.


„Die Erde hat gebebt“

Claudio Dellasega, der schon seit vielen Jahren in den hiesigen Amateurligen als aktiver Fußballer dem Ball hinterherjagt, erlebte diese schockierenden Szenen am eigenen Leib. Mit einigen Freunden sah er sich auf der Piazza San Carlo das Finale an, ehe Panik ausbrach: „Die Erde“, berichtet Dellasega, „hat gebebt. Ich habe keinen Knall oder sonst irgendwas gehört, doch plötzlich sind haufenweise Menschen auf uns zugerannt. Noch ehe wir uns versahen und reagieren konnten, wurden wir zu Boden getrampelt und von der Menge überrannt. Ich weiß nicht wie, doch irgendwann konnte ich mich aufrappeln und in die Innenstadt flüchten, wo ebenfalls Chaos vorherrschte. Da ein Anschlag vermutet wurde, verkrochen sich viele Leute in Bars undRestaurants. Erst nach und nach wurde Entwarnung gegeben und es kehrte allmählich Ruhe ein.“

Der Fußballer ging anschließend an den Ort des Geschehens zurück, der nach der Massenpanik nicht wiederzuerkennen war. „Überall lagen Taschen, Schuhe und Blut. Die Menschen waren zutiefst geschockt“, so Dellasega, der Glück im Unglück hatte, sich „nur“ ein paar blaue Flecken zuzog und die Nacht im Hotel verbringen konnte. Nichtsdestotrotz saß der Schock auch beim Fußballer tief: „Wenn man die Nachrichten der letzten Wochen hört, denkt man natürlich gleich an einen Anschlag. Die Angst war natürlich riesengroß, zum Glück ist aber alles relativ glimpflich ausgegangen.“








SN/td


Autor: sportnews