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Michael Cia hat in dieser Saison bereits zwei Mal für Como getroffen. Cia spielte von 2004 bis 2007 im FCS-Trikot

Michael Cia gibt sich Jubel-Verbot: „Habe großen Respekt vor dem FCS"

Am Sonntag kehrt der 24-Jährige aus Montan erstmals seit fünf Jahren ins Bozner Drusus-Stadion zurück - allerdings nicht im Trikot des FC Südtirol, sondern jenem von Drittligakonkurrent Como Calcio. Im Gespräch mit Sportnews verrät der ehemalige FCS-Wunderknabe wie er sich auf diesen besonderen Tag vorbereitet.

Sportnews.bz: Michael, du hast 49 deiner insgesamt 157 Profispiele in den Reihen des FC Südtirol bestritten. Welchen Stellenwert räumst du diesem Karriereabschnitt ein?

Michael Cia:
Einen ganz hohen, schließlich war es der FC Südtirol, der mir den Weg in den Profifußball geebnet hat. Ich bin heute noch in regem Kontakt mit den Vereinsverantwortlichen und meinen ehemaligen Mitspielern Hannes Kiem und Hannes Fink. Da gibt es insbesondere vor dem Aufeinandertreffen am Sonntag die eine oder andere Stichelei. (lacht)


Nach deinem Abschied aus Bozen, verlief deine Karriere nicht gerade reibungslos. Jetzt spielst du in der selben Liga wie der FC Südtirol. Bereust du die Entscheidung, bereits mit 19 Jahren fortgezogen zu sein?

Nein, das war damals die richtige Entscheidung. Wenn etwas in meiner Karriere falsch gelaufen ist, dann war es die Zeit bei Albinoleffe, als ich nur sehr selten zum Einsatz kam. Sowohl mit Sambenedettese, als auch Triestina und zuletzt Benevento verbinde ich schöne Erinnerungen. Insbesondere die vergangene Saison war für mich enorm wichtig, da ich miraller Selbstzweifel entledigen konnte, die ich während meiner erfolglosen Zeit bei Albinoleffe aufgebaut hatte. Damals hatte ich mir selber immer wieder die Frage gestellt, wie es nun mit mir weitergehen würde. Jetzt will ich wieder voll angreifen und über den Umweg Como die Rückkehr in die Serie B schaffen.


Wie hast du dich im neuen Umfeld eingelebt?

Ich brauchte rund drei Wochen, um den ausgebliebenen Wechsel in die Serie B zu verarbeiten, doch nun bin ich voller Tatendrang. Der Klub hat sich ambitionierte Ziele gesetzt und alle Voraussetzungen geschaffen, um diese auch zu erreichen. Mir wurdeeine Wohnung unweit des Stadtzentrums und des Como-Sees zur Verfügung gestellt. Ganz ehrlich: Hier lässt es sich angenehm leben und gleichzeitig wird dir in Como die Grundlage gegeben, um erfolgreich Fußball zu spielen.


Como hat sich vor dem Gastspiel in Bozen unumschweiflich drei Punkte auf die Fahnen geschrieben. Wie sieht deine Gemütslage vor der Rückkehr ins Drusus-Stadion aus?

Für mich wird es sicherlich ein ganz spezielles Erlebnis, auf das ich seit Wochen hinfiebere. Meine Familie und zahlreiche Freunde werden der Partie beiwohnen, zudem werde ich auf viele alte Bekannte treffen. Mein Ziel sind aber dennoch ganz klar drei Punkte, denn wir sinddringend auf einen Sieg angewiesen, um unseren Ansprüchen als Spitzenteam gerecht zu werden. Eines steht allerdings fest: Sollte ich gegen meinen Ex-Verein einen Treffer erzielen, werde ich auf den Torjubel verzichten. Dies als Respekt und Dankbarkeit gegenüber dem FC Südtirol.

Autor: sportnews