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Bernd Volgger von St. Lorenzen

RÜCKPASS | Hattrick in 3 Minuten: Das Unmögliche möglich gemacht

Bernd Volgger schreibt Geschichte – und wir sind so baff, dass uns die Pointe dieses Mal im Hals stecken geblieben ist. Der SportNews Rückpass ist wieder da.


TATORT 3. Amateurliga, Gruppe C : Der große Tag des Bernd Volgger

Was haben Tommy Ross, Sadio Manè und Bernd Volgger gemeinsam? Nun ja, bis auf die Tatsache, dass vielen Lesern wahrscheinlich kein einziger dieser Namen wirklich etwas sagt, wohl nicht viel. Und doch vereint diese drei Fußballer eine Gemeinsamkeit: Sie alle erzielten in einem Spiel schneller drei Tore als Dieter Bohlen und Thomas Anders zusammen „Cheri Cheri Lady“ performen können, sprich unter drei Minuten. Der Schotte Tommy Ross ist im Guinness-Buch der Rekorde als schnellster Dreierpack-Schütze verewigt, traf am 28. November 1964 in nur 90 Sekunden drei Mal ins Schwarze (O-Ton auf die Frage, wie das so schnell geht: „Damals gab es keine Umarmungen oder Küsschen nach dem Tor – da ranntest du einfach zurück und wenn du Glück hattest, bekamst du vom Kapitän einen Klaps auf den Hinterkopf“). Der Senegalese Sadio Manè hält seit 2015 die Bestmarke des schnellsten Premier-League-Hattricks, für den er 2:56 Minuten benötigte. Und der St. Lorenzener Bernd Volgger? Ja, wir wagen zu behaupten, dass er seit Sonntag den Rekord des schnellsten Dreierpacks in der Südtiroler Fußballgeschichte sein eigen nennen darf.

Lange Zeit war Stürmer Volgger im Spiel seiner St. Lorenzener gegen Wipptal mit dem Leder am Fuß ähnlich glücklos wie ein unrasierter Hipster mit Trainerhosen und Badelatschen vor dem Nobelclub – sprich: Versuchte, was er konnte, brachte es aber einfach nicht rein. Torwart, ein Gegner oder eigenes Unvermögen – etwas verhinderte stets den Torerfolg des Angreifers. Doch dann brach die Schlussphase an und der totale Wahnsinn begann. 76. Minute, ein Freistoß von der Strafraumgrenze, ein etwas abgefälschter Schuss und Tor Nummer eins. 77. Minute, ein Solo, ein trockener Abschluss ins kurze Eck und Tor Nummer zwei. 78. Minute, ein flacher Pass in die Mitte, ein Schuss – und dann war er perfekt, der rekordverdächtige Hattrick von Bernd Volgger.

Ob der Angreifer Manè’s 2:56-Grenze unterschritten hat oder ob er für seine drei Tore doch einige Sekündchen länger als drei Minuten benötigte – das ist ob der technisch begrenzten Mittel in der niedrigsten Amateurliga Italiens nicht ganz klar. Fest steht aber: So flink wie Volgger schlägt ansonsten nur Alan Harper bei einem Gratis-Büffet zu, so lupenrein wie sein Hattrick glänzt wohl nur der Diamanten-Ring an der rechten Handvon Carmen Geiss – und so geschichtsträchtige Szenen spielten sich in der 3. Amateurliga schon lange nicht mehr ab. Auch, weil die Pusterer am Ende mit 6:1 gewannen und Volgger zu zwei weiteren Treffern die Vorarbeit leistete. Ja, der Mann war am Samstag eben wie der typisch nervige 2-Meter-Kasten vor uns beim ACDC-Konzert: Überragend.



SN/td


Autor: sportnews

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