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Hamza Ech Cheikh hat Großes vor. © privat

Ein junger Leiferer und der Traum vom Profifußball

Obwohl Hamza Ech Cheikh erst 23 Jahre alt ist, ist er in seiner Fußballerkarriere schon viel herumgekommen. Seit einiger Zeit spielt er in Österreich – und hat noch viel vor.

Zurzeit steht Hamza Ech Cheikh beim österreichischen Drittligisten Stadl-Paura unter Vertrag. Der semiprofessionelle Klub aus Niederösterreich hat den Leiferer mit marokkanischen Wurzeln Anfang Februar verpflichtet. „Leider sind zurzeit alle Meisterschaften wegen der Coronasituation unterbrochen. Wir können maximal Individualtraining machen. Ich warte sehnsüchtig darauf, dass alles wieder losgeht“, so Ech Cheikh im Gespräch mit SportNews.


Für den 23-Jährigen ist zurzeit also Ruhe eingekehrt, nachdem die letzten Jahre turbulent verlaufen sind. Insgesamt neun Vereinswechsel quer durch Südtirol, das Trentino und Österreich brachten ihn an die Pforten der zweiten österreichischen Liga und somit an die Tür des Profifußballs. Fuß fassen konnte der Leiferer im Profigeschäft – auch wegen einiger unglücklicher Umstände – noch nicht, den Traum hat er aber nicht aufgegeben.

Von Leifers bis nach Österreich
Seine ersten fußballerischen Schritte hat Ech Cheikh, der im Alter von vier Jahren von Marokko nach Südtirol kam, in seiner Heimatstadt Leifers gemacht. Der Angreifer, der seine beachtliche Physis (1,90 Meter groß und gut gebaut) als seine große Stärke nennt, spielte sich aber bald ins Blickfeld von Virtus Bozen, das damals noch in der Oberliga aktiv war. „Ich habe zuerst bei den Junioren gespielt und bin nach einem Monat zur Kampfmannschaft gestoßen. Insgesamt zwei Saisonen habe ich dort verbracht. Ich war aber jung und hatte ein paar disziplinäre Probleme, deshalb bin ich ins Trentino gewechselt“, so Ech Cheikh.

„In Nals bin ich richtig aufgeblüht.“
Hamza Ech Cheikh

Im Sommer 2016 ging es also in die Trientner Landesliga zu Mezzocorona, im Winter folgte der Wechsel zu Ligakonkurrent Mori, ehe er im Sommer wieder nach Südtirol zurückkehrte. „Weil ich die Schule in Bozen fertig machen musste, war es nicht ideal, im Trentino zu spielen“, so der junge Südtiroler, der sein Glück schließlich bei Nals in der 1. Amateurliga fand. „Das Umfeld, die Atmosphäre waren perfekt. Da konnte ich richtig aufblühen“, schwärmt Ech Cheikh.
Eine zufällige Begegnung veränderte alles
Den Traum vom Profifußball hat der Leiferer aber auch in dieser Zeit nicht aufgegeben. Der Sprung ins Ausland gelang ihm schließlich dank einer zufälligen Begegnung im Sommer 2018. „Am Gardasee habe ich einen Tiroler Trainer getroffen, der mich zu einem Probetraining beim österreichischen Viertligisten SC Zirl eingeladen hat.“ Ech Cheikh packte also seine Sachen und machte auf in die Marktgemeinde in der Nähe von Innsbruck. Lange hielt er es in der vierten Liga Österreichs aber nicht aus. „Im Winter kam das Angebot des SV Hall, der damals in der dritten Liga die Tabelle anführte. Dort habe ich ein Jahr lang gut gespielt“, meint der 23-Jährige.

Hamza Ech Cheikh gilt als physisch starker Stürmer. © privat


Mit seinen Leistungen spielte er sich in das Blickfeld von Wacker Innsbruck II (3. Liga), das Ech Cheikh im Dezember 2019 schließlich verpflichtete. Die zweite Liga, sprich der Profifußball, war also in Griffweite – vor allem, weil ihm vom Verein in Aussicht gestellt wurde, bei guten Leistungen auch im Profiteam mitmischen zu können.

Doch dann kam Corona – und plötzlich war nichts mehr wie vorher. „Schade, denn in den Freundschaftsspielen lief es super. Im Sommer 2020 hat Wacker dann mächtig aufgerüstet, für mich gab es deshalb keine Perspektive mehr in der Profimannschaft“, bedauert Ech Cheikh, der daraufhin ein halbes Jahr nach Hall zurückkehrte (und dabei unter anderem auch mit dem Gargazoner Daniele Zingale spielte) und nun bei Stadl-Paura in Oberösterreich untergekommen ist.
Rückkehr nach Südtirol? Wenn, dann nur Nals
Was sich der Mittelstürmer, der in Österreich zwischen dritter und vierter Liga in 57 Spielen 16 Tore erzielte, für die Zukunft wünscht? „Ich habe meinen Traum vom Profifußball noch nicht aufgegeben. Die zweite Liga in Österreich traue ich mir schon zu. Aber auch das Ausland, zum Beispiel die Slowakei, wäre reizvoll.“ Und eine Rückkehr nach Südtirol? „Wenn ich zurückkehre, dann nur zum FC Nals. Jenes Jahr hat mein Leben geprägt. Menschlich wie mannschaftlich hat da alles gepasst. Ich schulde denen immer noch etwas.“

Autor: det

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