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Yuri Pellegrini und sein chinesischer Ubersetzer

Yuri Pellegrini: „China hat mein Leben verändert”

Seit sieben Monaten befindet sich der Fußballlehrer aus Laag im Reich der Mitte. Jetzt hat er eine zweiwöchige Meisterschaftspause für einen Abstecher in die Heimat genutzt. Zeit also, um mit SportNews.bz eine erste Zwischenbilanz zu ziehen.

Mit einem „Nihao” und einem breiten Grinsen im Gesicht begrüßt uns Yuri Pellegrini zum Interview. Der erste Eindruck täuscht jedoch, denn in Wirklichkeit hat der Unterlandler bislang nur wenige Fetzen Chinesisch gelernt. „Die Sprache ist einfach zu schwierig. 40 bis 50 Wörter beherrsche ich, mehr aber auch nicht“, verrät Pellegrini. Verständlich, zumal er sein Hauptaugenmerk auch auf den Fußball gerichtet hat. Er trainiert die Reserve-Mannschaft von Erstligist Tianjin Teda.


Welchen Eindruck konntest du nach dem ersten Halbjahr in Asien gewinnen?

„Einen durchwegs positiven. Sowohl beruflich, als auch menschlich habe ich mich enorm weiterentwickelt. Diese sieben Monate in China haben bereits mein Leben verändert. Ich habe gelernt, viel geduldiger und flexibler zu sein.“


Wie schätzt du das fußballerische Niveau in der Volksrepublik ein?

„Hier gibt es sicherlich noch großen Aufholbedarf, wenngleich ein enormes Entwicklungspotenzial vorhanden ist. In erster Linie fehlt den Chinesen die Mentalität, um sich langfristig an den Leistungssport heranzutasten. Andererseits ist man in Sachen Organisation, Infrastruktur und Logistik meilenweit voraus. Hier können wir Europäer noch viel lernen.“


Wie findest du dich persönlich in China zurecht?

„Das, was ich in diesen Monaten erlebt habe, lässt sich nicht in wenige Sätze fassen. Ich habe unheimlich viele tolle Erfahrung gemacht, wenngleich mich stets ein kleinwenig Heimweh begleitet.“


Was war der aufregendste Moment?

„Das war zweifelsfrei der Sieg bei einem nationalen Turnier wenige Tage vor meiner Reise nach Europa. Das war für mich, den gesamten Verein, aber in erster Linie für meine Jungs eine enorme Genugtuung. Es sind alles U20-Spieler, die jeden Tag hart trainieren, um später einmal in die erste Mannschaft aufzurücken.“


Verfolgst du die Fußballweltmeisterschaft in Brasilien?

„Aufgrund der Zeitverschiebung habe ich nicht alle Spiele am Fernseher miterlebt. Häufig musste ich mich mit den Zusammenfassungen am Tag danach begnügen. Ich habe mich sehr über das frühe Aus der Italiener geergert. Vielleicht nutzt diese Blamage jedoch auch, um die Nachwuchsarbeit umzukrempeln. Hier gilt es als erstes Hand anzulegen.“


Wie sehen deine unmittelbaren Zukunftspläne aus? Wird der Aufenthalt in China verlängert?

„Mein Vertrag läuft im November aus. Aktuell prüfen mein Berater und ich die Option, mein Engagement in China fortzusetzen. Das ist im Augenblick sicherlich meine erste Wahl, doch wer weiß, was in den nächsten Monaten noch so passiert.“


Yuri, Hand aufs Herz: Fühlst du dich mittlerweile als Chinese oder schlägt doch noch das Südtiroler Herz durch?

„Das sind zwei Welten, die man so nicht gegenüberstellen kann. Bei all meinen Auslandsaufenthalten fühlte ich mich bislang stets gut aufgehoben. Sagen wir es so: Ich bin ein Südtiroler Weltenbummler…“

Autor: sportnews

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