
Alex Schwazer (r.) und sein Anwalt Gerhard Brandstätter (l.). © ANSA / Arianna Burato
Jetzt doch: Alex Schwazer will die B-Probe sehen
Im Dopingverfahren gegen Alex Schwazer kommt es zu einer unerwarteten Wende. Der frühere Olympiasieger will seine Unschuld beweisen.
01. Oktober 2026
Von: sportnews
Schwazer verlangt nun doch die Öffnung und Analyse der B-Probe im Kölner Labor. Auf die Untersuchung einer zusätzlich aufbewahrten „dritten Probe“ mit Resturin will er dagegen verzichten.
Schwazer war im Frühjahr bei den deutschen Meisterschaften im Gehen positiv auf Erythropoietin (EPO) getestet worden. Bislang hatte der 41-Jährige die Gegenanalyse der B-Probe daran geknüpft, dass auch die sogenannte dritte Probe untersucht wird. Dabei handelt es sich um Resturin, der beim Dopingkontrollverfahren am 26. April zusätzlich aufbewahrt worden war.
Verzicht auf dritte Urinprobe
Schwazer hatte wiederholt Zweifel an den Dopingkontrollen geäußert und auf eine Untersuchung des Resturins bestanden. Die zuständige deutsche Anti-Doping-Organisation sieht eine Analyse dieser Probe jedoch nicht als Teil des regulären Verfahrens vor. Wohl auch deshalb hat der Kalcher nun eingelenkt.Alex Schwazer hatte sich wieder zurückgekämpft, dann kam der positive Dopingbefund. © Niccolo' Dametto
Für Schwazer ist der aktuelle Fall nicht der erste Dopingstreit. Im Jahr 2012 wurde unmittelbar vor Olympia in London überführt, ein weiterer positiver Test folgte 2016. Das damalige Strafverfahren wurde später eingestellt; die sportrechtlichen Konsequenzen blieben jedoch bestehen. Heuer hatte sich Schwazer mit teils bärenstarken Vorstellungen und einem neuen Italien-Rekord zurückgemeldet.
Nach dem neuerlichen positiven Test im April hatte Schwazer dann jedoch gesagt: „Ich bin unschuldig. Aber ich habe keine Kraft mehr zu kämpfen.“ Seine Karriere erklärte er für beendet. Nun geht er auf der Suche nach der vermeintlichen Wahrheit aber doch den nächsten Schritt. Durch die Beantragung der Öffnung der B-Probe soll Klarheit geschaffen werden.
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