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Owen Ansah (rechts) steht aufgrund einer drohenden Dopingsperre im Fokus. © ANSA / TOLGA AKMEN

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Owen Ansah (rechts) steht aufgrund einer drohenden Dopingsperre im Fokus. © ANSA / TOLGA AKMEN

Zwischen zwei Welten: Bronze-Freuden und drohende Dopingsperre

Im Finale über 100 Meter hat Owen Ansah die Bronzemedaille erobert. Sein Erfolg am Dienstagabend in Birmingham wird aber von einer drohenden Dopingsperre überschattet.

Die Ehrenrunde schenkte sich Owen Ansah, doch seine Bronzemedaille von den Leichtathletik-Europameisterschaften will der deutsche 100-Meter-Rekordler nicht so schnell wieder hergeben. Und geht es nach dem 25-Jährigen vom Hamburger SV, dann war es in Birmingham am Dienstagabend auch nicht sein letzter Sprint auf das Podium.


Der Fokus liege bereits auf den 200 Metern am Donnerstag, versicherte Ansah, als er noch immer in eine Deutschland-Fahne gehüllt von seinem Lauf auf Platz drei auf der Sprint-Königsstrecke berichtete. Und auch davon sprach, wie er den Wirbel um die drohende Sperre wegen des Vorwurfs einer verweigerten Dopingprobe wegstecke.

Ansah: Kein Einfluss auf Doping-Verfahren

„Keine Angst“ habe er, die Medaille nachträglich wieder abgeben zu müssen, versicherte Ansah im Alexander Stadium. Er wiederholte, was er schon Ende Juli bei den deutschen Meisterschaften erklärt hatte. „Ich habe ein super Team hinter mir, das verleiht mir Flügel. Ich kann das andere nicht beeinflussen. Ich kann nur beeinflussen, wie schnell ich auf der Bahn bin, und das habe ich heute gezeigt.“

Owen Ansah freute sich über seine Bronzemedaille. © ANSA / ADAM VAUGHAN

Owen Ansah freute sich über seine Bronzemedaille. © ANSA / ADAM VAUGHAN


Wie sehr der Antrag der Nationalen Anti Doping Agentur auf eine vierjährige Sperre in ihm arbeitet, war Ansah auch kurz nach dem Endlauf nicht anzusehen. Die Worte sprudelten aus ihm heraus. Er erklärte, dass der Start nicht so gut gewesen sei wie bisher in dieser Saison. 9,98 Sekunden lief Ansah bei seinem deutschen Rekord in Regensburg in diesem Jahr, 10,19 Sekunden waren diesmal gut genug für Bronze hinter den Briten Romell Glave und Jeremiah Azu. Der 25-Jährige holte damit die erste EM-Medaille eines deutschen Sprinters seit 1986, als Steffen Bringmann in Stuttgart für die DDR Silber bejubelte. Der italienische Sprintstar Marcell Jacobs musste derweil mitten im Rennen aufgeben.

Kein Start in der Staffel geplant

Dass er am Nachmittag des 9. Juli eine Dopingprobe verweigert hat, bestreitet Ansah. Abgegeben hat er sie nicht, weil er nach eigenen Worten unter Zeitdruck vor der Abreise zum Diamond-League-Meeting nach Monaco stand. Zudem habe er kurz vor dem Besuch des Kontrolleurs die Toilette besucht und so schnell keine Probe abgeben können.

„Viele Leute in Deutschland stärken mir den Rücken, das war auch ein Stück weit für die“, betonte Ansah nun in Großbritannien.In der Staffel ist übrigens kein Start mehr vorgesehen, von einer nachträglichen Disqualifikation wäre Ansah demnach nur selbst betroffen.

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