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Einer Rubio (links) wurde bei der Tour de France in einen Unfall verwickelt. © APA/afp / JEFF PACHOUD

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Einer Rubio (links) wurde bei der Tour de France in einen Unfall verwickelt. © APA/afp / JEFF PACHOUD

Mit 20 Stichen genäht: Horror-Crash hält Tour in Atem

Auf der 19. Etappe der Tour de France hat sich ein schwerer Unfall ereignet, der die Frage nach mehr Schutz für die Fahrer aufwirft.

Der Anstieg nach Alpe d'Huez gilt als eines der ikonischsten Kapitel in der Geschichte der Tour de France: 13,8 Kilometer und knapp 1.110 Höhenmeter gilt es zu bewältigen, über die 21 Serpentinen hinweg wird dem Peloton bei einer durchschnittlichen Steigung von etwa acht Prozent alles abverlangt. Tausende Fans sorgen dabei immer wieder für unvergleichliche Bilder, die Fahrer schlängeln sich durch einen menschgewordenen Korridor. Eindrücke, die für Gänsehaut sorgen – und doch geht davon eine große Gefahr aus.


So wurde Einer Rubio (Movistar Team) zum jüngsten Opfer dieser unkontrollierten Masse auf dem Weg zu Alpe d'Huez. Der 28-jährige Kolumbianer befand sich während der heißen Phase des Anstiegs hinter dem Teamwagen von UAE Team Emirates-XRG, als jenes aufgrund eines in den Korridor gefallenen Fans abrupt abbremsen musste. Rubio knallte ungebremst mit seinem Gesicht ins Autoheck.

Rubio mit 20 Stichen genäht

„Einer Rubio musste nach dem Unfall, den er beim Aufstieg zur Alpe d'Huez erlitt, mit rund 20 Stichen im Gesicht genäht werden. Der Kolumbianer wird in ein Krankenhaus in Grenoble verlegt, wo weitere Untersuchungen durchgeführt werden, um das Ausmaß seiner Verletzungen festzustellen“, hieß es in einer Mitteilung von Movistar Team.

Ein bitteres Aus für den südamerikanischen Rad-Star, das wieder einmal eine Sicherheitsdebatte im Radsport aufbringt. In keiner anderen Sportart auf diesem Niveau kommen die Fans so nah an ihre Helden ran. Einerseits eine romantische Wohlfühloase in einer Sportwelt, in welcher der Kommerz immer wichtiger wird. Andererseits aber eine nicht zu unterschätzende Gefahr – insbesondere aufgrund der Tatsache, dass nur wenige Fans ausreichen, um für Chaos wie im Fall Rubio zu sorgen.

Sturz von Rubio: Wie schützt man die Fahrer?

„Wir müssen Wege finden, um es für alle sicher zu machen. Nicht nur für die Fahrer, sondern auch für die Zuschauer. Ich meine: Ich war im Auto und wir haben heute sicher 100 verschiedene Menschen im Verlauf der Etappe fast überfahren“, merkte Movistars Sportchef Sebastian Unzue im Interview mit Radsport-News.com an. „Wir kommen an einen Punkt, an dem es für niemanden mehr sicher ist.“

Die Eindrücke am TV mögen ein Bild von einer ausgelassenen Partystimmung zeichnen. Für die Beteiligten fühlt es sich nicht immer so an. „Vielleicht könnte es helfen, Absperrgitter von unten bis oben aufzustellen, um solche Situationen zu vermeiden. Denn eigentlich ist das ja keine enge Straße. Wenn da Gitter gestanden hätten, hätte das vermieden werden können – dann hat der Fahrer Platz, um auszuweichen. Wie gesagt: Es ist toll, die Fans heute zu sehen und zu erleben, wie sie alle Spaß haben. Aber für uns ist das jetzt kein Party-Tag“, so Unzue.

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