
Nimmt Jannik Sinner an den US Open teil? © ANSA / NEIL HALL
Das gab es noch nie: Sinner und das größte Tabu der US Open
Das rechte Knie sorgt bei Jannik Sinner im Vorfeld der US Open 2026 für ein großes Fragezeichen. Dieser Umstand könnte jedoch dafür sorgen, dass der Südtiroler – wie auch dessen Rivale Carlos Alcaraz – die Chance auf einen weiteren Eintrag in die Geschichtsbücher hat.
12. August 2026
Von: nie
Aufgrund einer Knieverletzung hat Jannik Sinner seine Teilnahme an den Masters-Turnieren in Toronto und Cincinnati absagen müssen. Ob der fünfmalige Grand-Slam-Turniersieger aus dem Pustertal bei den US Open 2026 (30. August bis 13. September) am Start sein wird, steht noch in den Sternen. Eines ist aber bereits vor dem letzten Major des Jahres gewiss: Mit einem Triumph in Flushing Meadows würde Sinner etwas Einzigartiges in der Tennis-Geschichte erreichen.
Seit der Einführung der Masters-Turniere im Jahre 1990 ist es nämlich noch keinem einzigen Spieler gelungen, die US Open ohne eine vorangegangene Teilnahme in Toronto und Cincinnati – im Grunde also ohne prominentes Vorbereitungsturnier auf Hartplatz – zu gewinnen.
Cincinnati als ideales Sprungbrett für US Open
Tatsächlich erwies sich vor allem das Turnier in Cincinnati in der Geschichte stets als ideales Sprungbrett für die US Open. In den vergangenen drei Jahren hatte der Major-Champion von New York zuvor auch beim Masters in Ohio triumphiert. Dabei handelte es sich um Novak Djokovic (2023), Sinner (2024) und Alcaraz (2025).Darüber hinaus gab es ohnehin nur drei Athleten, die bei den US Open zum Titel marschierten, obwohl sie zuvor in Toronto im Teilnehmerfeld standen, nicht aber in Cincinnati: Rafael Nadal (2019), Juan Martín del Potro (2009) und Andre Agassi (1994).
Jannik Sinner könnte Geschichte schreiben. © ANSA / ETTORE FERRARI
Neben Sinner könnte dieses noch nie dagewesene Kunststück auch seinem Rivalen Carlos Alcaraz gelingen. Der Spanier befindet sich nach einer Verletzung am Handgelenk allmählich auf dem Weg zurück auf die ATP-Tour. Eine Teilnahme des Spaniers an den US Open ist aber wie bei Sinner noch nicht gewiss.
Ohne Vorbereitung zum Titel: Sinner weiß wie es geht
Doch selbst wenn die beiden Superstars in New York an den Start gehen würden – selbstverständlich wäre ein Titelgewinn angesichts der Umstände keineswegs. Vorbereitungsturniere sind normalerweise Gold wert, vor allem nach einer längeren Pause vermitteln sie eine wichtige Standortbestimmung. Im Fall von Sinner drückt sich das Dilemma folgendermaßen aus: Seit seinem Triumph im Finale von Wimbledon am 12. Juli bestritt der Südtiroler kein Match mehr, sein letztes Duell auf Hartplatz datiert auf den 29. März in Miami. Die US Open würden sich also wie ein Sprung ins kalte Wasser anfühlen – und der Titel dürfte erst einmal Nebensache sein.Carlos Alcaraz und Jannik Sinner: Sind sie bei den US Open dabei? © ANSA / stf
Trotzdem: Sinner weiß, wie es geht. Nach seinem dramatischen Aus in der 2. Runde der French Open hatte Sinner ebenso eine längere Pause eingelegt, ehe es für ihn nach Wimbledon ging. Vor dem ältesten Tennisturnier der Welt hatte er kein Vorbereitungsturnier auf Rasen absolviert, nichtsdestotrotz verteidigte er seinen Titel an der Church Road.
Gewissermaßen stünde Sinner nun vor einer ähnlichen Ausgangslage. Der einzige Unterschied: Ähnlich wie bei Alcaraz könnte eine Absage seiner Teilnahme an den US Open eine Vorsichtsmaßnahme sein, die auf lange Sicht Sinn machen würde. Sich nach einer Verletzung zu früh auf den Platz zu wagen, könnte langwierigere Schäden nach sich ziehen. Druck besteht ohnehin keiner: In der Weltrangliste läge Sinner auch ohne US Open weiterhin komfortabel in Führung – und auf die Fußnote, als erster Spieler das Major in Flushing Meadows ohne Vorbereitungsturnier gewonnen zu haben, können er und Alcaraz angesichts ihrer bisherigen Erfolge zweifelsohne verzichten.
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