
Jannik Sinner erlebte einen schwierigen Start in Wimbledon. © ANSA / ADAM VAUGHAN
Das war knapp! Sinner wankt in Wimbledon
Nach 32 Tagen Abstinenz ist Jannik Sinner am Montag auf die ATP-Tour zurückgekehrt. In Wimbledon hatte der Titelverteidiger zum Auftakt aber einen ganz schwierigen Nachmittag erlebt.
29. Juni 2026
Von: dl
Eines vorneweg: Sinners erstes offizielles Match auf Rasen seit fast einem Jahr war alles andere als ein Spaziergang: Der Südtiroler brauchte in der ersten Runde von Wimbledon gegen den Serben Miomir Kecmanovic satte fünf Sätze, um in die nächste Runde einzuziehen. Schlussendlich setzte sich Sinner nach dreieinhalb Stunden Spielzeit mit 4:6, 6:3, 6:7(6), 6:2 und 6:3 durch. Dabei musste er gegen Kecmanovic gleich zwei Mal einen Satzrückstand drehen. Dazu gab es einen echten Schreckmoment für Sinner.
Gegen die Nummer 51 der Welt tat sich Sinner im ersten Satz von Beginn an schwer. Bereits beim Stand von 1:1 musste der Defending Champion zwei Breakbälle abwehren. Beim Stand von 4:4 und 40:0 passierten unvorhersehbare Dinge, die man von der Nummer eins der Welt ansonsten nicht gewohnt ist. Kecmanovic machte neun Punkte in Folge und sicherte sich somit den überraschenden Satzgewinn. Dabei machte Sinner extrem leichtfertige Patzer, darunter zwei Doppelfehler beim Aufschlag in Folge.
Im zweiten Satz schlug Sinner dann zurück und ging mit Wut im Bauch prompt mit 3:0 in Führung. Dies ließ sich der Sextner im Anschluss nicht mehr nehmen – auch, wenn er oftmals über den zweiten Aufschlag gehen musste. Im dritten Durchgang erhöhte sich dann das Niveau der Partie. Darunter gab es einen herrlichen Ballwechsel beim Stand von 2:2 mit einem herrlichen Stopp von Sinner, der den Centre Court zum Beben brachte. Der 24-Jährige ließ sich dafür feiern.
Ein Schockmoment und vieles mehr
Vor den Augen von David Beckham hielten die Zuschauer nur einen Punkt später im dritten Satz den Atem an. Bei einem Ballwechsel kam Sinner heftig zu Sturz. Der Südtiroler knickte um und blieb für kurze Zeit am Boden liegen. Als Sinner dann wieder aufstand, hob er gleich den Daumen und zeigte an: Weiter geht’s. Doch sein Gegner ließ weiterhin nicht locker. Kecmanovic gilt als Rasenspezialist und als einer, der aus seiner bisherigen Karriere nicht das Maximum herausgeholt hat.Kecmanovic hat den Ruf, neben dem Platz nicht gerade ein hochprofessionelles Leben zu führen. Doch an diesem Montag zeigte der mittlerweile 26-Jährige, warum er im Jugend- und Juniorenalter so erfolgreich war und demonstrierte sein ganzes Talent. Sinner wirkte zudem nervöser. Den Tiebreak des dritten Durchgangs gewann Kecmanovic mit 8:6. Dabei bewies der Serbe auf dem heiligen Rasen immer wieder sein feines Händchen.
Spielte groß auf: Miomir Kecmanovic, die Nummer 51 der Welt. © APA/afp / GLYN KIRK
Im vierten Satz ging Sinner durch ein Break mit 4:2 in Führung. Anschließend brüllte der Pusterer seinen ganzen Frust heraus. Somit erzwang der bereits schwankende Sinner einen entscheidenden fünften Satz. In diesem bewies der Turniertopfavorit im Vergleich zu Kecmanovic seine bessere Fitness. Wie schon im vierten Satz nahm Sinner seinem Rivalen beim Stand von 3:2 das Aufschlagspiel ab. Dabei ließen gleichzeitig Kecmanovics Kräfte nach, sodass Sinner (er machte insgesamt 31 Asse) das Debakel verhindern konnte.
In der zweiten Runde am Mittwoch trifft Sinner in London auf den Portugiesen Nuno Borges (ATP 48), der zur kurz zuvor den US-amerikanischen Qualifikanten Tristan Boyer in drei Sätzen besiegt hatte. Gegen den 29-jährigen Borges hatte Sinner sein bislang einziges Duell vor vier Jahren in Sofia gewonnen.
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