
Jannik Sinner ballt die Faust: Der Sextner steht im Finale. © APA/afp / HENRY NICHOLLS
Djokovic abserviert: Grandioser Sinner im Wimbledon-Finale
Was für ein Auftritt von Jannik Sinner! Der Sextner Superstar hat am Freitag dem großen Novak Djokovic im Wimbledon-Halbfinale eine Lehrstunde erteilt – und fliegt ins große Finale.
10. Juli 2026
Von: det
Ein junger Bursche aus dem Bergdörfchen Sexten steht im Finale des berühmtesten Tennisturniers der Welt: Auch wenn ein solches Ereignis mittlerweile keine Überraschung mehr ist, kann man sich diesen Satz doch gern auf der Zunge zergehen lassen. Jannik Sinner ist am Freitag mit einem galaktischen Auftritt in die Endrunde von Wimbledon gestürmt. Und er greift am Sonntag (17 Uhr MESZ) gegen Alexander Zverev nach der Titelverteidigung: Im Vorjahr hatte Sinner auf dem Heiligen Rasen sein viertes und bislang letztes Grand-Slam-Turnier gewonnen.
Am Freitag konnte Sinner die Tenniswelt einmal mehr verblüffen. Die Nummer 1 der Welt hat den großen Novak Djokovic nicht nur besiegt, sondern regelrecht dominiert. 4:6, 4:6, 4:6 hieß es am Ende aus Sicht des 39-jährigen Serben, der gegen den groß aufspielenden Sinner von Beginn an praktisch chancenlos war und in den 2.20 Stunden Spielzeit lediglich ein einziges Mal eine Breakchance vorfand.
Bemerkenswert ist dieses Resultat insofern, weil Sinner in diesen zwei Wimbledon-Wochen noch nicht brilliert hatte. Vor allem in den ersten Runden hatte der Sextner seine Schwierigkeiten, so musste er in seinem Auftaktmatch gegen Miomir Kecmanovic sogar über fünf Sätze gehen.
Novak Djokovic war ratlos. © APA/afp / HENRY NICHOLLS
„Wenn ich ins Finale will, muss ich mein Niveau steigern“, hatte die Nummer 1 der Welt vor dem Halbfinale deshalb erklärt. Gesagt, getan: Denn gegen Djokovic bekam die Tenniswelt wieder die beste Version von Sinner zu sehen. Sein Aufschlag war schlicht beeindruckend, die Wucht in seinen Schlägen brachial, und die wenigen brenzligen Momente erstickte der coole Sinner im Keim. Kurzum: Der Südtiroler lieferte eine der besten Leistungen in diesem Jahr ab.
Im Finale gegen Lieblingsgegner Zverev
Zum zweiten Mal in seiner Karriere steht Sinner also im Finale von Wimbledon. Vor einem Jahr war der vierfache Grand-Slam-Champion an der Church Road der große Triumphator, als er Carlos Alcaraz besiegen konnte. Nun kommt es zum Duell mit Alexander Zverev.Alexander Zverev ist Sinners Finalgegner. © ANSA / TOLGA AKMEN
Der frischgebackene French-Open-Sieger präsentiert sich auch in Wimbledon von seiner Schokoladenseite und ist erstmals ins Endspiel vorgedrungen. Der Hamburger zählt zu Sinners Lieblingsgegnern: Die letzten neun Partien konnte Sinner allesamt für sich entscheiden! Letztmals hat der Südtiroler im September 2023 gegen Zverev verloren.
Sinner gegen Djokovic – Satz für Satz
| 1. Satz | Im ersten Abschnitt ist es ein Duell auf Augenhöhe, wobei schnell deutlich wird, dass hier der mit Abstand beste Sinner dieser Wimbledon-Ausgabe auf dem Feld steht. Bei seinen fünf Service-Games gesteht er Djokovic gerade einmal vier Pünktchen zu. Auf der anderen Seite schlägt der Südtiroler eiskalt zu: Beim Stand von 4:4 nutzt er die insgesamt dritte Breakchance des Satzes und zieht davon – 6:4! |
| 2. Satz | Vor viel Prominenz (unter anderem sitzt Fußball-Star Virgil van Dijk in der Royal Box) spielt Djokovic nicht schlecht, doch er kann Sinner einfach nicht das Wasser reichen. Im sechsten Game führt er bei Sinner-Aufschlag mit 30:0, das ist aber das Höchste der Gefühle. Dem Sextner gelingen danach vier Zähler in Folge. Er schlägt unnachahmlich auf und landet beim Stand von 3:3 erneut ein Break. Nach insgesamt 1.29 Stunden steht es 2:0 für Sinner. |
| 3. Satz | Im dritten Abschnitt nimmt Sinner seinem Gegner gleich den Aufschlag ab, und Djokovic findet die erste Breakchance vor, die der Pusterer jedoch mit einem Ass zunichtemachte. Insgesamt schlägt Sinner in diesem Match herausragende 16 Asse. Ein phänomenaler Auftritt, der nach 2.20 Stunden mit dem klaren 3:0-Sieg endet. |
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