
Jannik Sinner und Novak Djokovic (v.l.n.r.) standen sich im Halbfinale von Wimbledon gegenüber. © ANSA / NEIL HALL
Djokovic adelt Sinner: „Ein oder zwei Klassen besser“
Jannik Sinner hat sich im Halbfinale von Wimbledon souverän gegen Novak Djokovic durchgesetzt. Letzterer zollte dem Südtiroler im Moment des Scheiterns Respekt.
11. Juli 2026
Von: nie
Da verschlägt es selbst einer lebenden Legende erst einmal die Sprache. „Es war gut – aber nicht gut genug“, erklärte Novak Djokovic nach seiner Niederlage im Wimbledon-Halbfinale gegen Jannik Sinner (4:6, 4:6, 4:6). Der Weltranglistenerste aus Südtirol zog dem Serben mühelos den Zahn, im Finale trifft er am Sonntag auf den Deutschen Alexander Zverev (ab 17.00 Uhr im SportNews-Liveticker). Djokovic bleibt hingegen nur die Zuschauerrolle.
„Natürlich bin ich enttäuscht. Natürlich wollte ich Wimbledon gewinnen. Deshalb arbeite ich noch immer so hart. Aber ich habe einfach gegen den besseren Spieler verloren“, sagte der 39-Jährige. „Ich muss das akzeptieren. Direkt nach dem Match ist das natürlich schwer, aber so ist die Realität.“
Djokovic huldigt Sinner: „Das ist die Realität“
Allzu viel vorzuwerfen habe sich der Rekord-Grand-Slam-Champion aber nicht. „Ich bin nicht enttäuscht von mir selbst. Ich glaube nicht, dass ich viel falsch gemacht habe. Er war einfach ein oder zwei Klassen besser als ich“, zollte Djokovic seinem siegreichen Gegenüber Respekt.„Und von der Grundlinie gehört er ohnehin zu den konstantesten Spielern überhaupt. Das ist die Realität.“ Novak Djokovic
„Er hat von überall auf dem Platz unglaublich konstant gespielt. Sein Aufschlag ist inzwischen extrem schwer zu lesen – seit der Umstellung seiner Technik in den vergangenen Jahren ist er zu einer echten Waffe geworden. Und von der Grundlinie gehört er ohnehin zu den konstantesten Spielern überhaupt. Das ist die Realität.“
Djokovic sieht sich nicht am Ende
Seinen letzten Major-Titel eroberte Djokovic bei den US Open 2023, seit dem zog der serbische Superstar stets den Kürzeren – vor allem wegen Sinner und Carlos Alcaraz. Nur zu oft wird ihm daher nachgesagt, dass der siebenmalige Wimbledonsieger am Ende seiner übernatürlichen Kräfte angelangt sei. Dem widerspricht Djokovic aber vehement.© APA/afp / ADRIAN DENNIS
„Im vergangenen Jahr habe ich vier Grand-Slam-Halbfinals erreicht. In diesem Jahr stand ich bei drei Grand Slams in einem Finale und einem Halbfinale. Für 99 Prozent der Spieler wäre das vermutlich ein sehr gutes Ergebnis“, zeigte er seine nach wie vor außergewöhnliche Konstanz auf. „Für mich aber nicht, weil ich zugleich gesegnet und verflucht bin, an Ergebnisse und Erfolge auf höchstem Niveau gewöhnt zu sein.“
Zumindest 2027 will Djokovic in Wimbledon noch einmal sein Glück versuchen. „Das würde ich gern, zumindest noch ein Mal. Mal schauen“, meinte er. Der Traum vom 25 Grand-Slam-Titel lebt trotz der Niederlage gegen Sinner weiter.
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