
Jannik Sinner war körperlich völlig am Ende, schleppte sich aber über fünf Sätze. © ANSA / MOHAMMED BADRA
Drama in Paris: Sinner bricht völlig ein und verliert
Der Traum von den French Open ist geplatzt! Jannik Sinner ist völlig unerwartet in der zweiten Runde des Grand-Slam-Turniers ausgeschieden – und das auf dramatische Art und Weise. In der brütenden Hitze von Paris sah er schon wie der sichere Sieger aus, ehe plötzlich gar nichts mehr ging.
28. Mai 2026
Von: fop/cst
Es ist eine der bittersten Niederlagen in der Karriere des Jannik Sinner: Am Donnerstagnachmittag schied der haushohe Turnierfavorit in der zweiten Runde der French Open gegen Juan Manuel Cerundolo (ATP 56) aus. Der Argentinier gewann einen dreieinhalbstündigen Krimi in fünf Sätzen.
Das Unglaubliche daran: Sinner stand beim 6:3, 6:2, 5:1 kurz vor dem Sieg, als sein Körper plötzlich streikte. Er schien von Krämpfen geplagt, der Kreislauf bereitete ihm bei brütender Hitze (32 Grad im Schatten) Probleme. Von dem Moment an machte der Sextner nur noch zwei Punkte, sein Gegenüber dagegen 18 an der Zahl. Cerundolo gewann am Ende mit 6:3, 6:2, 5:7, 1:6, 1:6 – der konnte es kaum glauben.
Die Hitze biegt Sinner
Dabei hatte Sinner auf dem Court Philippe-Chatrier noch wie die Feuerwehr losgelegt. Während der Pusterer nie groß in Bedrängnis kam, konnte Cerundolo das Tempo nur anfangs mitgehen. Den ersten Satz hatte der Südtiroler rasch in der Tasche, im zweiten breakte er seinen Gegner zwei Mal in Folge zum 4:1. Er zog sein gewohntes Spiel an der Grundlinie auf, machte aber auch drei Doppelfehler – ungewohnt, vorerst aber egal. Auch der zweite Satz ging mit 6:2 an Sinner.0:2 im Rückstand gegen den aktuell besten Spieler des Planeten, dazu die enorme Hitze in Paris – Cerundolos Augen verrieten, dass er schon bei der Rückkehr zum dritten Satz nicht mehr an das Wunder glaubte. Doch dann sollte auf einen Schlag alles anders kommen. Sinner führte mit 5:1, stand fast schon in der dritten Runde, als plötzlich gar nichts mehr ging. Sinner machte einen Fehler nach dem nächsten, Cerundolo punktete unaufhaltsam.
Sinner ging schließlich zur Schiedsrichterin und bat um ein Medical Timeout. Waren es Krämpfe, Kreislaufprobleme oder Übelkeit? Wohl eine Mischung aus alledem. Während Cerundolo mit seinem Trainer kommunizierte, verschwand Sinner in der Kabine. Als der Südtiroler zurückkam, stellte der Südamerikaner prompt auf 5:5.
Jannik Sinner litt in der extremen Hitze von Paris. © APA/afp / ALAIN JOCARD
Sinner war komplett am Ende, leistete kaum Widerstand und schien dem K.o. nahe. Er musste sich setzen und förmlich dabei zusehen, wie der Argentinier mit 6:5 in Führung ging und den dritten Satz schließlich für sich entschied (7:5). Doch damit nicht genug: Im vierten Durchgang behielt Cerundolo glasklar mit 6:1 die Oberhand – wobei sich der sichtlich angeschlagene Sinner nun für den entscheidenden fünften Satz zu schonen schien.
Aufgeben? Keine Chance!
Allerdings spielte sein Körper diesen Plan nicht mit. Der 24-Jährige hatte keine Kraftreserven mehr, er schleppte sich völlig geschwächt übers Feld, während sein Gegenüber die Situation gnadenlos ausspielte. Cerundolo hielt die Bälle jetzt lange, beging keine Fehler mehr.Damit ist Sinners Traum vom erstmaligen French-Open-Triumph geplatzt. Was ihm aber gutzuhalten ist: Der Sextner gab nie auf, versuchte alles und applaudierte seinem Gegner schließlich noch zu seinem nicht für möglich gehaltenen Sieg.
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