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Jannik Sinner wirkte auf der Pressekonferenz noch mitgenommen von seinem Match. © APA/afp / JULIEN DE ROSA

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Jannik Sinner wirkte auf der Pressekonferenz noch mitgenommen von seinem Match. © APA/afp / JULIEN DE ROSA

„Es war nicht die Hitze“: Sinner erklärt den Paris-Schock

Drama in Roland Garros: Jannik Sinner ist überraschend gegen Juan Manuel Cerúndolo ausgeschieden. Nach dem Match sprach der Weltranglistenerste offen über die Gründe für seinen körperlichen Totaleinbruch und gewährte Einblick in die Stunden vor dem Match.

„Ich habe letzte Nacht schlecht geschlafen und war komplett erschöpft“, erklärte Sinner nach seiner unerwarteten Fünfsatz-Niederlage auf der Pressekonferenz in Paris. „Schon seit dem frühen Morgen habe ich mich nicht gut gefühlt. Ab dem dritten Satz wurde ich immer schwächer.“


Der Südtiroler hatte das Zweitrundenmatch der French Open zunächst fest im Griff und führte bereits mit 6:3, 6:2, 5:1 gegen den Argentinier. Doch dann begann der körperliche Einbruch. „Ab der Mitte des dritten Satzes hatte ich plötzlich keine Energie mehr. Ich konnte keinen Zugriff mehr auf das Match finden“, sagte Sinner. „Ich erinnere mich nicht daran, wann ich mich zuletzt so schwach gefühlt habe.“

Wenig Schlaf, kaum Energie

Trotz sommerlicher Temperaturen wollte der Südtiroler äußere Bedingungen nicht als Ausrede gelten lassen. „Ja, es war warm – aber nicht so heiß wie in Australien und längst nicht so feucht wie in Shanghai. Es lag nicht daran. Ich habe mich einfach nicht gut gefühlt.“

Jannik Sinner versuchte alles, der erstmalige French-Open-Sieg bleibt ihm aber verwehrt. © ANSA / MOHAMMED BADRA

Jannik Sinner versuchte alles, der erstmalige French-Open-Sieg bleibt ihm aber verwehrt. © ANSA / MOHAMMED BADRA


Um Kräfte zu sparen, versuchte Sinner nach eigenen Angaben, die Ballwechsel möglichst kurz zu halten. Im vierten Satz habe er bewusst etwas Tempo herausgenommen, um Energie für den entscheidenden fünften Satz aufzubauen. „Das erstes Aufschlaggame im fünften Satz zu verlieren, war dann einer der Schlüsselmomente. Danach hatte ich einfach nichts mehr.“
„Jetzt brauche ich Zeit, um mich zu erholen – auch mental.“ Jannik Sinner

Entsprechend groß war die Enttäuschung nach dem Match. „Es tut mir leid, weil ich zweieinhalb Sätze wirklich sehr gut gespielt habe. Natürlich ist so eine Niederlage schwer zu akzeptieren – gerade in meiner Position. Aber das gehört zum Sport. Niemand gewinnt immer.“ Besonders bemerkenswert: Sinner sprach auch offen über die mentale Belastung nach dem Aus. „Jetzt brauche ich vor allem Zeit, um mich zu erholen – auch mental.“

Ehrliche Worte vom Gegner

Auch sein Gegner Juan Manuel Cerúndolo zeigte sich nach dem überraschenden Sieg mitfühlend. „Es tut mir leid für Jannik“, sagte der Argentinier. „Ich weiß nicht genau, was passiert ist – vielleicht Krämpfe, vielleicht die Hitze. Ich hoffe, dass er sich schnell erholt.“ Cerúndolo räumte zudem ein, selbst nicht mit der Wende gerechnet zu haben: „Ich konnte vorher kaum mehr als drei Games gewinnen. Heute hatte ich sicher auch Glück.“
„Ich hoffe, dass er sich schnell erholt.“ Juan Manuel Cerúndolo

Für Sinner endet Roland Garros damit früher als erwartet – und mit vielen Fragezeichen rund um seinen körperlichen Zustand. Klar ist jedoch: Der Weltranglistenerste wird die Niederlage schnell abhaken. Jetzt liegt der Fokus auf Regeneration – körperlich wie mental.

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