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Evelyn Mayr Die beiden Mayr-Schwestern gewannen gemeinsam sieben Doppelturniere Julia Mayr

Evelyn Mayr zieht einen Schlussstrich: „Tennis war mein Leben“

Julia und Evelyn Mayr galten jahrelang als Inbegriff für den hervorragenden Tennisnachwuchs in Südtirol. Beide haben es in sehr jungem Alter in den Profisport geschafft. Doch plötzlich ist es ruhig geworden um die beiden Tennis-Schwestern aus Olang.

Seit Januar hat keine der beiden Pustertalerinnen auch nur ein Turniermatch bestritten. Während Julia Mayr eine mehrmonatige Pause einlegen muss, hat Evelyn Mayr ihre Karriere sogar beendet.


Schwimm- und Tennislehrerin

Nachdem sie bereits im vergangenen Jahr immer wieder aufgrund von Schulterproblemen aussetzen musste, entschied sie sich nun, im Alter von 23 Jahren, den Tennisschläger in die Ecke zu stellen. „Es ist mir unheimlich schwer gefallen, zumal Tennis einfach mein Leben war“, erklärt die Evelyn Mayr und fügt dem hinzu: „Vier Stunden Training am Tag, das hält mein Körper nicht mit. Ein Eingriff wurde mir von vielen Seiten abgeraten, so habe ich es monatelang mit Physiotherapie versucht. Es hat aber alles nichts geholfen.“ Einen positiven Aspekt hat das Reha-Programm dann aber doch mit sich gebracht. „Dort habe ich die Leidenschaft für den Schwimmsport entdeckt. Ich möchte bald die Prüfung ablegen und in Zukunft als Schwimmlehrerin arbeiten, und vielleicht gleichzeitig Tennisstunden geben. Denn so ganz ohne Tennis geht es dann doch nicht“, schmunzelt die 23-Jährige.

In ihrer kurzen Profikarriere steht ihr als beste Platzierung in der Weltrangliste der 301. Rang (im Juli 2010) zu Buche. Zu den größten Erfolgen von Evelyn Mayr zählt der Sieg bei den Mittelmeerspielen im Jahr 2009. Insgesamt hat sie im Einzel sieben 10.000-Dollar-Turniere für sich entschieden, im Doppel waren es ebenfalls deren sieben. Immer an der Seite ihrer um zwei Jahre jüngeren Schwester Julia.


Julia Mayr will nicht aufgeben

Diese möchte im Augenblick ebenfalls erst gar nicht an Tennis denken, dabei hatte sie sich vor Saisonbeginn so viel vorgenommen. „Ich habe mich total übernommen. Plötzlich hatte ich unheimlich hohe Pulswerte und Gliederschmerzen, fühlte mich einfach total schlapp. In der Tennissprache wird das Übertraining genannt“, erklärt Julia Mayr. Sie muss sich im Augenblick mit leichten Laufeinheiten und behutsamen Fitnesstraining begnügen.

In der Zwischenzeit ist sie auf den 440. Weltranglistenplatz abgerutscht, dabei war sie im WTA-Computer vor gar nicht allzu langer Zeit als Nummer 215 gelistet. Ans Aufgeben denkt die 21-Jährige aus Olang aber ganz und gar nicht: „Einen Rückzieher zu machen kommt nicht in Frage. Ich sehe bereits das Licht am Ende des Tunnels und muss das letzte Stück jetzt bewältigen. Im Juni oder Juli will ich wieder internationale Turniere spielen.“ Dann kann sie sich auch voll und ganz auf die Unterstützung ihrer Schwester verlassen, die in Zukunft am Rande des Tennisplatzes mitfiebern wird.



Autor: sportnews

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