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Jannik Sinner war zeitweise völlig entkräftet. © ANSA / LUKAS COCH

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Jannik Sinner war zeitweise völlig entkräftet. © ANSA / LUKAS COCH

Jannik Sinner: „Heute hatte ich Glück“

Titelverteidiger Jannik Sinner hat bei den Australian Open der großen Hitze getrotzt und sich ungeachtet heftiger Krämpfe ins Achtelfinale gekämpft. Was der entkräftete Sinner im Anschluss zu sagen hatte, lesen Sie hier.

Der Weltranglistenzweite rang am Samstag in der 3. Runde den US-Amerikaner Eliot Spizzirri nach 3:47 Stunden mit 4:6,6:3,6:4,6:4 nieder, geriet dabei aber an seine körperlichen Grenzen. Bei Temperaturen von bis zu 38 Grad konnte der Melbourne-Champion der vergangenen beiden Jahre phasenweise kaum mehr laufen.


Beim Stand von 4:6,6:3,1:2 ließ sich Sinner erstmals behandeln. Doch die Massage seiner Beine schien erst einmal nicht zu wirken. Der Südtiroler humpelte nur noch über den Platz. „Ich weiß nicht, was ich machen soll“, sagte der 24-Jährige an sein Trainerteam gerichtet. Zum 1:3 musste Sinner seinen Aufschlag abgeben, ehe die Partie wegen der Hitze unterbrochen wurde, um das Dach über der Rod Laver Arena zu schließen. Sinner verschwand in der Kabine, um sich abzukühlen.

Sinner dankbar für Unterbrechung

„Ich hatte heute Glück mit der Hitzeregel“, sagte Sinner nach dem körperlichen Kraftakt. „Ich hatte überall Krämpfe. Es hat mit den Beinen begonnen und dann ging es in die Arme. Ich weiß, dass ich mich in diesem Bereich verbessern muss“, sagte der Südtiroler, der dennoch stolz auf sich war. „Tennis ist ein sehr mentales Spiel. Ich habe versucht, ruhig zu bleiben und einen Weg zu finden. Das ist mir gelungen.“
„Ich hatte überall Krämpfe und dann das Glück mit der Hitzeregel. In diesem Bereich muss ich mich verbessern.“ Jannik Sinner

Bei den Australian Open gilt seit einigen Jahren die sogenannte „Heat Stress Scale“. Dabei handelt es sich um eine Skala von eins bis fünf, die neben der Lufttemperatur auch die direkte Wärmestrahlung der Sonne, die Luftfeuchtigkeit und Windgeschwindigkeit berücksichtigt. Wird ein Wert von 5,0 erreicht, müssen die Spiele unterbrochen und in den großen Arenen die Dächer geschlossen werden.

Sinner unter dem Dach überlegen

Für Sinner war die Regel am Samstag die Rettung. Während die Spiele auf den Außenplätzen unterbrochen wurden, hatte Sinner unter dem geschlossenen Dach und bei laufender Klimaanlage zwar immer noch körperliche Probleme, der vierfache Grand-Slam-Champion bekam die Schwierigkeiten aber einigermaßen in den Griff. Schon im Vorjahr hatte er im Achtelfinale gegen den Dänen Holger Rune extrem unter der Hitze gelitten und nur mit Mühe ein Aus abgewendet.

Jannik Sinner erholte sich gut. © APA/afp / MARTIN KEEP

Jannik Sinner erholte sich gut. © APA/afp / MARTIN KEEP


Dieses Mal litt Sinner wieder, fand aber auch gegen den stark aufspielenden Spizzirri (ATP-85.) einen Weg. Erstmals seit dem Wien-Finale am 26. Oktober gegen den Deutschen Alexander Zverev und zwölf souveränen Siegen auf der ATP-Tour gab Sinner wieder einen Satz ab.

Jetzt gegen einen Italiener

Nun hat der Sextner 48 Stunden Zeit, um zu regenerieren und mit vollen Kräften zum Achtelfinale gegen Landsmann Luciano Darderi (ATP 25) antreten zu können. Der Italo-Argentinier hatte zuvor den Russen Karen Khachanov (ATP 18) mit 7:6, 3:6, 6:3 und 6:4 besiegt. Darderi steht erstmals in einem Grand-Slam-Achtelfinale. Auf Sinner ist er bisher noch nie getroffen.

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