
Jannik Sinner hat in Wimbledon wieder einmal seine ganze Klasse gezeigt. © APA/afp / HENRY NICHOLLS
„Sein Leben dreht sich nicht mehr nur um Tennis“
Jannik Sinner hat sich am Sonntag in Wimbledon seinen insgesamt fünften Grand-Slam-Titel geschnappt. Immer mit an seiner Seite waren dabei seine Coaches Simone Vagnozzi und Darren Cahill. Diese haben nun ausführlich über ihren Schützling geplaudert.
14. Juli 2026
Von: dl
Cahill gab zu, dass die vergangenen Monate alles andere als einfach waren: „In Melbourne hat Jannik die Situation unglaublich gut gemeistert, dann hat er gegen einen Djokovic verloren, der an diesem Tag einfach besser war. Was in Paris passiert ist, können wir bis heute nicht vollständig erklären. Hier in Wimbledon wurde er bereits in der ersten Runde auf die Probe gestellt, kämpfte sich in einem Fünf-Satz-Match zurück. Das war enorm wichtig für sein Selbstvertrauen. Von da an wurde er von Spiel zu Spiel stärker.“
Der Australier kam dann noch ein Mal auf die Geschehnisse in Paris zu sprechen. Was bei den French Open geschah, sei besonders belastend gewesen – weil es plötzlich kam und sich nicht erklären ließ. „Wir haben Richtung Wimbledon einige Dinge in der Vorbereitung verändert, vor allem mit Blick auf die Hitze. Aber wir wissen nicht einmal, ob das tatsächlich die Ursache war. Jannik hat einen Schlag in die Magengrube bekommen, ist wieder aufgestanden. Deshalb ist dieser Grand-Slam-Titel ein ganz besonderer“, erklärte Cahill.
Darren Cahill ist für Sinner wie eine Vaterfigur. © APA/afp / HENRY NICHOLLS
In Wimbledon demonstrierte Sinner außerdem seine großen Fortschritte beim Aufschlag. Mit insgesamt 128 Assen verdoppelte der Weltranglisten-Erste seine Ausbeute im Vergleich zum Vorjahr (62). „Wir sind mit den Fortschritten der vergangenen fünf Jahre sehr zufrieden, aber es gibt noch viel Potenzial. Unser Ziel ist es weiterhin, Jannik noch offensiver spielen zu lassen: häufiger ans Netz zu gehen und öfter den Stoppball einzusetzen“, so Vagnozzi.
„Jannik ist nicht mehr der Junge von früher, dessen ganzes Leben sich nur um Tennis drehte.“ Trainer Simone Vagnozzi
Zunächst steht für Sinner aber erst einmal Erholung auf dem Programm. In Kürze wird der 24-Jährige dann entscheiden, welche Turniere er im August bestreiten wird. „Jannik muss den Kopf freibekommen und Zeit mit seiner Freundin und seiner Familie verbringen. Er ist nicht mehr der Junge von vor zwei Jahren, dessen ganzes Leben sich nur um Tennis drehte. Heute braucht er auch Dinge außerhalb des Sports – und das ist auch gut so“, erklärte sein italienischer Trainer.
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