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Tennis-Superstar Jannik Sinner. © APA / CLIVE BRUNSKILL

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Tennis-Superstar Jannik Sinner. © APA / CLIVE BRUNSKILL

Sinner so offen wie selten: „Ich war sehr traurig“

Jannik Sinner startet am Dienstag in die French Open. Vorher sorgte eine Titelstory mit dem Sextner Superstar für viel Aufsehen.

Ein exklusives Interview mit Jannik Sinner zu bekommen, das ist in der Welt des Sportjournalismus so etwas wie ein Ritterschlag. Nur ganz wenige Medien kommen in diesen Genuss. Auch deshalb schlug die Titelstory des L'Équipe Magazine hohe Wellen: Im Vorfeld der French Open ist dem Sextner Superstar dort nämlich eine mehrseitige Reportage gewidmet.


Dabei zeigte sich Sinner in Plauderlaune – und er sprach über ein Thema, das bei ihm tiefe Spuren hinterlassen hat. Im vergangenen Jahr musste der beste Tennisspieler der Welt nämlich eine dreimonatige Sperre wegen der Clostebol-Affäre absitzen. „Der schwierigste Teil waren die Monate vor der Sperre“, so Sinner. „Ich konnte mit niemandem darüber reden. Auf dem Platz habe ich sehr traurig gewirkt, und das war ich auch. Ich habe mich nicht frei gefühlt.“

„Ich habe den Preis für einen Fehler gezahlt, der nicht meiner war.“ Jannik Sinner

Der 24-Jährige ergänzt: „Diese Angelegenheit hat mich einige Sachen gelehrt. Es war eine schwierige Zeit, weil ich den Preis für einen Fehler gezahlt habe, der nicht meiner war.“ Zur Erklärung: Sinner wurde damals von seinem Physiotherapeuten bei einer Massage kontaminiert.

Sinner auf dem Cover des L'Équipe Magazine.

Sinner auf dem Cover des L'Équipe Magazine.


Eines Morgens habe Sinner sein Mindset geändert. „Ich bin aufgewacht und hatte die Idee, das Beste aus der Situation zu machen. Ich habe also viel Zeit mit meiner Familie verbracht, danach ging es wieder an die Arbeit, vor allem in den Fitnessraum. Als ich in Rom auf die Tennisbühne zurückgekehrt bin, war ich glücklich, erleichtert. Ich wollte den Moment nur genießen. Genau das ist mir gelungen, ich habe da wirklich ein starkes Tennis gespielt.“

Was macht es mit einem, die Nummer 1 zu sein?

Sinner sprach jedoch auch über andere Themen – unter anderem, was es mit einem macht, die Nummer 1 im Tennis zu sein. „Das hat natürlich seinen Preis. Die Leute erkennen dich. Ich versuche trotzdem, mein Leben so normal wie möglich zu leben. Ich bin glücklich mit dem, was ich habe, und vor allem bin ich glücklich, gesund zu sein. Das Leben, das ich gewählt habe, verlangt Opfer, aber es ist auch eine Frage des Ausgleichs: Man ist nur ein mal 24 Jahre, deshalb versuche ich, das Leben außerhalb des Platzes zu genießen, Spaß zu haben.“

Sinner startet am Dienstagabend um 20.15 Uhr (Liveticker auf SportNews) in die French Open. Hier gibt's die ausführliche Vorschau.

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