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Jannik Sinner hat sich in Madrid die Krone aufgesetzt. © ANSA / SERGIO PEREZ

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Jannik Sinner hat sich in Madrid die Krone aufgesetzt. © ANSA / SERGIO PEREZ

Überflieger Sinner bodenständig: „Spiele für meine Familie“

Jannik Sinner hat am Sonntag Geschichte geschrieben. Trotz seiner einzigartigen Errungenschaft blieb der Südtiroler sich selbst treu und präsentierte sich bodenständig wie eh und je.

Es war eine Frage, bei der Jannik Sinner erst einmal durchschnaufen musste. „Was würde passieren, wenn du im Jahr 2026 kein einziges Spiel mehr verlieren würdest?“, wollte ein auf der Pressekonferenz anwesender Reporter wissen. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten: „Das ist einfach nicht möglich – und unnötig darüber zu sprechen“, entgegnete Sinner mit einem leichten Lächeln.


Von einem solchen Szenario ist der Superstar aus Südtirol freilich noch weit entfernt – die bisherigen Zahlen verleihen diesem Gedankenspiel aber reichlich Futter. Die letzte Niederlage von Sinner datiert auf den 19. Februar, seitdem gewann er 23 Spiele in Folge und heimste vier Titel ein. Ganz nebenbei schrieb er mit diesem Erfolgslauf Geschichte: Als erster Spieler überhaupt gewann er fünf Masters-Turniere am Stück, seine Machtdemonstration gegen Alexander Zverev am Sonntag machte dies möglich. Darüber hinaus ist der 24-Jährige der Konkurrenz in der Weltrangliste längst enteilt.

Sinner bleibt sich selbst treu

Dass Sinner gemeinsam mit Carlos Alcaraz als Nachfolger von Roger Federer und Rafael Nadal genannt wird, ist mittlerweile keine Seltenheit mehr – zu oft kratzt der Pusterer an Bestmarken der beiden Legenden oder übertrumpft diese sogar. Was den viermaligen Grand-Slam-Turniersieger auszeichnet: Sinner bleibt bodenständig.

Jannik Sinner sprach über enormen Aufwand. © ANSA / SERGIO PEREZ

Jannik Sinner sprach über enormen Aufwand. © ANSA / SERGIO PEREZ


„Dahinter steckt eine Menge Arbeit“, meinte er im Anschluss an das Finale von Madrid. „Es sind sehr viel Hingabe und Verzicht, die ich jeden Tag aufbringe.“ Am Bildschirm mögen die Zauberschläge des Wimbledonsiegers einfach aussehen, manche Partien schon vor dem ersten Serve entschieden sein – ein solcher Blick auf seine Errungenschaften wäre jedoch nicht gerecht. Und Sinner weiß: Alles ist vergänglich. „Natürlich bedeutet es mir sehr viel, solche Ergebnisse zu sehen“, sagte er über seinen Triumph in unter einer Stunde. „Irgendwann werden die Resultate auch wieder schlechter. Das ist völlig normal.“

Sinner: „Ich spiele auch für meine Familie“

Immer wieder wurde Sinner in den zurückliegenden Wochen mit seinen Rekorden konfrontiert, in einem Atemzug mit den Ikonen seines Sports genannt. Doch was bedeuten all die Zahlen und Statistiken abseits der Titel eigentlich dem Ausnahmespieler? „Ich werde mich nie mit Roger, Rafael oder Novak vergleichen können“, bezog sich der Südtiroler auf die Big Three des Tennis. „Was sie erreicht haben, ist unglaublich. Aber ich spiele nicht für Rekorde. Ich spiele für mich selbst, für mein Team – und meine Familie.“
„Mir gegenüber sind meine Eltern immer noch so wie früher, ich fühle mich sehr sicher bei ihnen.“ Jannik Sinner

Vor allem letztere nehme einen besonderen Platz ein. „Mit all dem Erfolg, den ich in den vergangenen Jahren hatte, haben sie sich nie verändert. Mir gegenüber sind meine Eltern immer noch so wie früher, ich fühle mich sehr sicher bei ihnen. Und wir reden auch nie über Tennis, wenn ich daheim bin“, so Sinner. „All die Zahlen bedeuten mir natürlich viel. Aber dahinter stecken viel Disziplin und viele Opfer. Ich mag diese Reise, die beste Version von mir selbst zu erreichen.“

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