F Fußball-WM 2018

Welche Nummer 10 darf heute jubeln? Belgiens Eden Hazard (links) und Frankreichs Kylian Mbappe. © APA/afp / ODD ANDERSEN, FRANCK FIFE

„Derby“ in Russland: Frankreich und Belgien kämpfen um Finaleinzug

Im ersten WM-Halbfinale in St. Petersburg kommt es zum Nachbarschaftsduell zwischen Frankreich und Belgien. Während sich die „Grande Nation“ nach dem 2. WM-Titel sehnt, wäre der Finaleinzug für Belgien eine Premiere.

Um 20 Uhr wird im russischen St. Petersburg das erste Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 angepfiffen. Beginn ist um 20 Uhr (Live im SportNews-Ticker).

Frankreich träumt vom zweiten WM-Titel nach 1998, als man bei der Heim-Weltmeisterschaft im Finale Brasilien mit 3:0 bezwingen konnte. Für Belgien wäre es hingegen eine Premiere. Noch nie kamen die Belgier bei einer WM ins Finale. 1986 im bisher einzigen WM-Halbfinale scheiterten die „Roten Teufel“ an den späteren Weltmeister Argentinien, das Spiel um Platz 3 ging gegen Frankreich verloren.

Klar verteilt sind die Favoritenrollen jedoch keineswegs. Zwar geht Frankreich als leichter Favorit ins Spiel, wie auch die Buchmacher bestätigen, aber Belgien hat die Rolle des ewigen Geheimfavoriten längst abgelegt und zählt spätestens seit Beginn dieser Weltmeisterschaft zum Kreis der Titelanwärter.

Einige Experten sehen die Begegnung als vorweggenommenes Endspiel. Für viele Belgier und Franzosen ist es schon jetzt das „Derby des Jahrhunderts“.

Das spricht für Frankreich

Trainer Didier Deschamps hat ein Kollektiv geformt aus seiner jungen Mannschaft, die sich im Turnierverlauf ähnlich wie bei der EM vor 2 Jahren immer weiter steigert. Die Équipe tricolore spielt diszipliniert, aber auch mit Leidenschaft und Finesse. Ob der pfeilschnelle Kylian Mbappé, Dribbler Antoine Griezmannn oder Exzentriker Paul Pogba – sie können jede Abwehr in Sekunden aushebeln. Die Siege über Argentinien und Uruguay haben das Vertrauen zudem weiter gestärkt. Überheblich ist aber niemand, Kontroll-Freak Deschamps würde es umgehend unterbinden.

Die Mannschaft steht erst am Anfang einer möglichen Ära. Die Erfahrungen aus dem WM-Aus 2014 im Viertelfinale gegen Deutschland und Platz zwei vor zwei Jahren bei der Heim-EM helfen dem Team nun aber bereits.

Das spricht für Belgien

Auch diese Mannschaft ist eingespielt und verfügt über herausragende individuelle Klasse. Von Torhüter Thibaut Courtois über die Abwehr um Vincent Kompany bis hin zur überragenden Offensive um Kevin De Bruyne und Kapitän Eden Hazard: Das Team ist auf allen Positionen gut besetzt, auch die Ersatzspieler haben Qualität.

Zudem verfügen die meisten Belgier über Turnier-Erfahrung und haben sich nach den Enttäuschungen der vergangenen Jahre weiterentwickelt. Trainer Roberto Martínez bewies mit den Umstellungen gegen Brasilien zudem, dass er sein Team taktisch auf höchstem Niveau coacht. Und er hat in Co-Trainer Thierry Henry den französischen Rekordtorschützen als Stürmer-Flüsterer.

Die Statistik

Die Teams treffen zum 74. Mal aufeinander, aber erst zum zweiten Mal bei einer Weltmeisterschaft. Die Bilanz spricht für Belgien: Die Roten Teufel konnten 30 Spiele gewinnen, Frankreich 24. Dazu kommen 19 Remis. Die wichtigen Duelle konnte Frankreich jedoch für sich entscheiden: Bei der WM 1986 im Spiel um Platz drei siegte die Équipe tricolore mit 4:2 nach Verlängerung, 1938 in der WM-Vorrunde mit 3:1. Im Gruppenspiel der EM 1984 feierten „Les Bleus“ gar einen 5:0-Erfolg und holten später den Titel.

Autor: am/dpa

Empfehlungen

Kommentare (0)

Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen..

© 2020 Sportnews - IT00853870210