F Fußball-WM 2018

Domagoj Vida (l.) und Mario Mandzukic wollen mit Kroatien hoch hinaus. © APA/afp / CHARLY TRIBALLEAU

WM-CHECK | Kroatien – Vom Wackelkandidat zum Geheimtipp

20 Jahre nach dem sensationellen dritten Platz bei der WM in Frankreich nimmt sich Kroatien bei der Fußball-WM in Russland einmal mehr Großes vor.

Der Endrunden-Dauergast, der seit 1996 bei zehn von zwölf Europa- bzw. Weltmeisterschaften vertreten war, rechnet sich in einer Gruppe mit Argentinien, Island und Nigeria gute Chancen aus. Dabei war die Qualifikation für Russland kein Selbstläufer.

Wie schon in der EM-Qualifikation davor, wurde der Trainer noch vor Ende der Quali ausgetauscht. Ante Cacic, der 2015 Niko Kovac beerbt hatte, machte vor dem letzten und entscheidenden Gruppenspiel im Oktober 2017 Platz für Zlatko Dalic. Kroatien gewann die Partie gegen den direkten Konkurrenten Ukraine schließlich mit 2:0 und schaffte als Zweiter hinter Island den Sprung ins Play-off. Dort agierte man wieder souverän und zwang die Griechen mit 4:1 und 0:0 zum Daheimbleiben.

Ein erster Erfolg für Dalic, der nun auch auf der Weltbühne nachlegen möchte. „Mein Traum ist wahr geworden“, schwärmte der 51-Jährige, für den es auch jobtechnisch der eindeutige Höhepunkt ist. Zuvor war der ehemalige Erstligakicker als Trainer lediglich bei kleineren Clubs seiner Heimat bzw. in Albanien sowie im arabischen Raum tätig.
Nun verfügt Dalic über einen der zehn wertvollsten Kader der WM, gespickt mit großen Namen. Das Herzstück seiner großteils aus Legionären bestehenden Truppe ist das Mittelfeld, das mit Luka Modric (Real Madrid) und Ivan Rakitic (FC Barcelona) zwei echte Größen aufbietet. Im 24-jährigen gebürtigen Linzer und ehemaligen LASK-Jugendspieler Mateo Kovacic steht ein weiterer Legionär von Real Madrid zur Verfügung.

Serie-A-Trio im Sturm

Dank Mario Mandzukic (Juventus Turin), Ivan Perisic (Inter Mailand) und Nikola Kalinic (AC Milan) ist auch der Sturm bestens besetzt. Mit Salzburgs Innenverteidiger Duje Caleta-Car schien auch ein Bundesliga-Kicker im erweiterten Aufgebot auf. Der 21-Jährige stand bisher viermal im Teamkader, wurde aber noch nie eingewechselt.
Dass man in der WM-Gruppenphase erneut auf Island trifft, das man in der Quali zuhause 2:0 besiegte, und dem man auswärts 0:1 unterlag, ist kurios. Dalic zeigte sich jedenfalls optimistisch. „Ich glaube, dass der Stolz und der Patriotismus, den unsere Kicker bei Spielen für Kroatien zeigen, ein sehr wichtiges Attribut ist“, meinte der Teamchef. „Das müssen wir mit unserer Qualität kombinieren. Wenn wir das schaffen, haben wir eine gute Chance, unsere Ziele zu erreichen.“

Autor: apa

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