F Fußball-WM 2018

Da war die Welt noch in Ordnung für den Weltmeister: Lothar Matthäus erzielte per Elfmeter das 1:0 für Deutschland. © Screenshot YouTube

WM-Zeitreise – 10.7.1994: Bulgarien überrascht Weltmeister

Wie immer während der Fußball-WM blickt SportNews auch heute auf Highlights zurück, die sich am selben Tag bei einer der früheren Weltmeisterschaften ereignet haben. Diesmal schauen wir 24 Jahre zurück auf den 10. Juli 1994, zum Viertelfinale Deutschland–Bulgarien bei der WM in den USA.

„Ein echter Gigantenmord im Giants-Stadion!“ Mit diesem etwas martialisch anmutenden kreativen Wortspiel umschrieb die englische Zeitung „The Independent“ am 11. Juli 1994 die Sensation, die sich tags zuvor im rund 5.600 Kilometer entfernten New York/New Jersey zugetragen hatte.

Was war passiert? Titelverteidiger Deutschland musste bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft USA 1994 vollkommen überraschend schon nach dem Viertelfinale die Segel streichen. Erstmals seit 1978 erreichte die DFB-Auswahl damit nicht das Finale bei einer WM-Endrunde.

Bulgarien hatte vor 1994 noch nie ein WM-Spiel gewonnen


Unglaublicher macht die Geschichte, dass das Aus dabei gar nicht gegen einen anderen Fussball-Giganten wie Brasilien, Italien oder Argentinien geschah, sondern gegen den vermeintlichen Außenseiter Bulgarien. Jenes südeuropäische Land, das in den USA seine sechste WM bestritt und dort auch erstmals überhaupt einen Sieg feiern durfte (am Ende waren es vier).

Die 72.000 Zuschauer im New Yorker Giants Stadium bekamen bei brütender Hitze zumindest in der ersten Halbzeit wenig Erwähnenswertes zu sehen. Trotz ihrer optischen Überlegenheit schafften es die Deutschen nicht, das bulgarische Abwehrbollwerk zu knacken.

Matthäus trifft zum 1:0


Das sollte sich im zweiten Abschnitt ändern. Kurz nach der Pause ging Jürgen Klinsmann bei einem harmlosen Zweikampf im Strafraum zu Boden und Lothar Matthäus verwandelte den fälligen Strafstoß zur Führung. Der Mythos von der fast unschlagbaren Turniermannschaft schien sich einmal mehr zu bewahrheiten.

Wenig später traf Andreas Möller den Pfosten, Rudi Völler staubte aus wenigen Metern ab. Doch der vermeintlichen Vorentscheidung wurde aufgrund einer Abseitsposition die Anerkennung verweigert und die Spannung auf dem grünen Rasen blieb hoch.

Verhängnisvoller Doppelschlag


Binnen Minuten geschah dann das Unfassbare. Ein direkt verwandelter Freistoß von Stürmerstar Hristo Stoichkov leitete in der 75. Minute die Wende ein. 180 Sekunden später besiegelte Iordan Lechkov, der zu dieser Zeit in Deutschland beim Hamburger SV spielte, mit einem Kopfballtreffer das vorzeitige Aus des amtierenden Titelträgers.

Der Siegeszug der Bulgaren wurde nur drei Tage nach dem Coup gegen Deutschland gestoppt. An gleicher Stelle unterlagen sie Italien (1:2). Am Ende blieb Rang vier, nachdem man auch gegen Schweden den Kürzeren zog (0:4).

https://www.youtube.com/watch?v=I2MCLXaVH_E

Autor: ds

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