F Fußball-WM 2018

Deutschlands Teamkapitän Fritz Walter zeigt seinen Mitspieler den gewonnenen WM-Pokal. © dpa / dpa

WM-Zeitreise – 4.7.1954: Das „Wunder von Bern“

Wie immer während der Fußball-WM in Russland blickt SportNews auch heute auf Highlights zurück, die sich am selben Tag bei einer der früheren Weltmeisterschaften ereignet haben. Diesmal schauen wir wieder weit zurück, und zwar auf den 4. Juli 1954, zum Schlussakt der WM in der Schweiz.

An jenem Tag standen sich im später als „Wunder von Bern“ bezeichneten Endspiel um die Fußball-Weltmeisterschaft Turnierfavorit Ungarn und der ungesetzte Außenseiter Deutschland bei Regen gegenüber.

Favorit Ungarn ging 2:0 in Führung


Trotz Verletzung brachte Ferenc Puskás die Ungarn in der 6. Minute nach einem abgeprallten Kocsis-Schuss in Führung. Zwei Minuten später erhöhte Czibor nach einem Rückpass von Werner Kohlmeyer auf 2:0, ehe Max Morlock in der 10. Minute verkürzte.

Die deutschen Angriffsbemühungen ebbten nicht ab, und so erzielte Helmut Rahn nach Eckball von Fritz Walter und einem Fehler des ungarischen Torhüters Grosics in der 18. Minute den Ausgleich.

Im Anschluss übernahmen die Ungarn wieder das Spiel und erhöhten den Druck auf das deutsche Tor. Auch in der zweiten Halbzeit kam der Favorit Ungarn mehrmals gefährlich vor das deutsche Tor. Hidegkuti traf nur den Pfosten, Kocsis die Querlatte, Kohlmeyer rettete auf der Linie, und der deutsche Torhüter Toni Turek zeigte einige erfolgreiche Paraden.

Als Ungarn den Druck erhöhte, fiel Deutschlands Siegestor


Sechs Minuten vor Ende der regulären Spielzeit nahm Flügelstürmer Helmut Rahn eine halbherzig abgewehrte Flanke auf, zog vom Strafraumeck ab und überwand Grosics mit einem Flachschuss zum 3:2 für Deutschland. Kurz darauf wurde ein zweiter Treffer von Puskás wegen vermeintlicher Abseitsstellung nicht anerkannt.

Die deutsche Mannschaft brachte die Führung über die Zeit. Als der englische Schiedsrichter William Ling abpfiff, hatte die ungarische Mannschaft das erste Spiel seit 1952 verloren.

Die von Adolf „Adi“ Dassler entwickelten Fußballschuhe mit Schraubstollen sollen den Deutschen einen Vorteil verschafft haben. Während die durch den Dauerregen aufgeweichten Schuhe der Ungarn ihr Gewicht auf bis zu 1,5 Kilogramm verdoppelt hätten, brachten es die deutschen Schuhe auf lediglich 700 Gramm. Und zudem hätten die schlanken, hohen Nylonstollen, im Gegensatz zu den genagelten Lederstollen der Ungarn, einen viel besseren Stand geboten und keinen Schmutz gesammelt.

Zeichen des Umbruchs nach verlorenem Weltkrieg


Deutschland wurde damit zum ersten Mal Fußball-Weltmeister. Für viele Deutsche erhielt das „Wunder von Bern“ Symbolkraft als ein Zeichen des Aufbruchs nach dem verlorenen Weltkrieg und den Entbehrungen der Nachkriegszeit.

Autor: ds

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