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Lukas Hofer (links) und Patrick Braunhofer haben einen schwierigen Tag hinter sich. © ANSA / PIERRE TEYSSOT

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Lukas Hofer (links) und Patrick Braunhofer haben einen schwierigen Tag hinter sich. © ANSA / PIERRE TEYSSOT

Böse Antholz-Schlappe: Italiens Staffel gibt Rätsel auf

An einem guten Tag hätte Italiens Herren-Staffel in Antholz um eine Olympia-Medaille kämpfen können. Doch dann erlebten die Azzurri mit den beiden Südtiroler Biathleten Lukas Hofer und Patrick Braunhofer am Dienstag ein Rennen zum Vergessen.

Aus Antholz

Thomas Debelyak

Von:
Thomas Debelyak

Plätze 6, 6, 4 und 9: Diese Bilanz konnte Italiens Herren-Staffel vor dem Olympischen Wettkampf in Antholz vorweisen. Heißt in anderen Worten: Die Azzurri mit den beiden Südtirolern Patrick Braunhofer und Lukas Hofer waren heuer ein Muster an Konstanz, und an einem guten Tag hätten sie sogar im Kampf um die Medaillen ein Wort mitreden können.


Doch es wurde kein guter Tag, im Gegenteil. Italien landete am Ende auf dem 14. Platz – und sorgte so nicht nur für enttäuschte, sondern auch für ratlose Gesichter. Warum ratlos? Ganz einfach: Auf dem Schießstand hielten Braunhofer, Hofer, Nicola Romanin und Star-Athlet Tommaso Giacomel mit den Besten mit. Insgesamt mussten die Azzurri neun Mal nachladen, davon drei Mal am letzten Schießstandstopp. Diese Leistung war also mehr als okay.

Nichts geht in der Loipe

Dennoch stand Italien am Ende ein riesiger Rückstand von 4.28 Minuten zu Buche. Was im Umkehrschluss bedeutet: Die Schützlinge von Klaus Höllrigl kamen in der mit Neuschnee gesäumten Loipe nicht vom Fleck – und hatten ganz offensichtlich das falsche Material unter den Füßen. Am Ende wiesen die Azzurri die schlechteste Laufzeit des gesamten Feldes auf und waren fünf Minuten langsamer als der neue Olympiasieger aus Frankreich.

Italien-Trainer Klaus Höllrigl: Sein Gesichtsausdruck spricht Bände. © FELICE CALABRO' / Felice Calabro'

Italien-Trainer Klaus Höllrigl: Sein Gesichtsausdruck spricht Bände. © FELICE CALABRO' / Felice Calabro'


Der Ridnauner Braunhofer ging als Startläufer in die Loipe, schoss zwei Mal daneben und übergab an vorletzter Position an Hofer. Der Montaler setzte ebenfalls zwei Schüsse daneben, konnte in der Loipe aber kaum etwas gutmachen. Romanin (ein Fehler) brachte Italien vor auf Rang 15, und Schlussläufer Giacomel (vier Fehler) konnte keine Wunder mehr bewirken.

Frankreichs furiose Aufholjagd

Während die Enttäuschung bei den Azzurri groß war, durfte Topfavorit Frankreich über Olympisches Gold jubeln. Dabei ging der Start der Les Bleus mit Fabien Claude völlig daneben: Der Franzose übergab nach einer Strafrunde auf Platz 13, doch seine Kollegen Emilien Jacquelin, Quentin Fillon Maillet und Eric Perrot rissen das Ruder rum. Silber ging an Norwegen, Bronze an Schweden. Für Deutschland blieb nur Platz 4.

Die Franzosen jubeln in Antholz über den Olympiasieg. © APA/afp / MARCO BERTORELLO

Die Franzosen jubeln in Antholz über den Olympiasieg. © APA/afp / MARCO BERTORELLO


In Antholz geht es weiter Schlag auf Schlag: Bereits am Mittwoch steht das nächste Staffel-Rennen an, dann sind die Damen an der Reihe. Mit Dorothea Wierer und Hannah Auchentaller gehen auch zwei Azzurre ins Rennen. Rebecca Passler wurde nicht nominiert.

Das Ergebnis

Pos.LandAthletenStrafr. + FehlerZeit
1.FankreichClaude, Jacquelin, Fillon Maillet, Perrot1+91:19.55 h
2.NorwegenUldal, Botn, Laegreid, Christiansen0+6+0.09 min
3.SchwedenBrandt, Nelin, Ponsiluoma, Samuelsson0+6+0.57
4.DeutschlandStrelow, Zobel, Nawrath, Horn0+12+1.48
5.USADoherty, Germain, Schrommer, Wright0+8+2.27
6.TschechienMikyska, Hornig, Hak, Krcmar0+10+2.31
7.FinnlandHiidensalo, Seppala, Klemettinen, Invenius2+10+2.34
8.SchweizStalder, Burkhalter, Finello, Hartweg2+12+2.41
9.SlowenienDovzan, Fak, Vidmar, Planko1+11+2.57
10.ÖsterreichUnterweger, Eder, Müllauer, Jakob0+7+3.03
14.ItalienBraunhofer, Hofer, Romanin, Giacomel0+9+4.28

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