
Martin Uldal, Tommaso Giacomel und Sebastian Samuelsson nach der Verfolgung in Oberhof (v.l.n.r.). © APA/afp / TOBIAS SCHWARZ
Gelbes Trikot! Giacomel schreibt im Wind-Chaos Geschichte
Die Olympischen Spiele können für Tommaso Giacomel kommen: Bei Wind und Wetter feierte der Trentiner am Samstagnachmittag einen spektakulären Sieg in der Verfolgung – und beendete eine 38 Jahre lange Durststrecke.
10. Januar 2026
Von: nie
Das Drama, das sich in der Thüringen Arena zu Oberhof am frühen Samstagnachmittag abspielte, hätte aus einem Hollywood-Drehbuch stammen können. Auf Platz sechs liegend und mit bereits sechs absolvierten Strafrunden kam Tommaso Giacomel bei der finalen Einlage am Schießstand in der Verfolgung an – nicht einmal 40 Sekunden später führte der 25-Jährige das Rennen an. Während die Konkurrenz um Philipp Nawrath, Martin Uldal und Co. bei widrigstem Wind einbrach, ließ Giacomel alle Scheiben fallen. Nach einem spannenden Schlagabtausch mit Uldal (2./+4,5 Sekunden/4 Strafrunden) und Sebastian Samuelsson (3./+8,8/6) auf der Schlussrunde tütete er schließlich seinen dritten Weltcupsieg in Folge ein.
Damit nicht genug: Aufgrund der Abwesenheit des bisherigen Gesamtweltcupführenden Johan-Olav Botn sprang Giacomel im Klassement auf Platz eins und eroberte erstmals in seiner Karriere das Gelbe Trikot. Der letzte Azzurro, der im Gesamtweltcup in Führung lag, war übrigens ein Südtiroler: Vor 34 Jahren schien der Name von Andreas Zingerle neben der Nummer eins auf. Giacomel hält nun bei 611 Punkten, dahinter folgen Botn (560) und Eric Perrot (529).
Hofer fährt nächstes Top-Ergebnis ein
Neben Giacomel sorgte auch Lukas Hofer für einen azurblauen Höhepunkt. Der 36-jährige aus Montal fuhr zwei Tage nach seinem starken achten Platz im Sprint ein weiteres Top-Ergebnis ein. In der Loipe zählte er zum schnellsten Drittel des Feldes, mit drei Fehlern am Schießstand leistete er sich hinter Dmytro Pidruchnyi (7./+20,7/1) an diesem Tag die zweitwenigsten Patzer in den Top 10. Am Ende rutschte er zwar um zwei Plätze auf Rang zehn ab, freute sich aber rund einen Monat vor den Olympischen Spielen (6. bis 22. Februar) über sein zweitbestes Ergebnis der Saison.Lukas Hofer präsentierte sich von seiner souveränen Seite. © APA/afp / TOBIAS SCHWARZ
Der Ridnauner Patrick Braunhofer fiel nach Rang 24 im Sprint derweil um zwölf Plätze zurück (36./+2.29,0/2) und lief vor Teamkollege Didier Bionaz über die Ziellinie (38./+2.49,8/5). Am Sonntag sind die Herren in der Staffel gefordert, die Azzurri dürfen sich vor allem mit Blick auf Giacomel und Hofer Hoffnungen auf eine Top-Platzierung machen (ab 11.00 Uhr im SportNews-Ticker). Zuvor sind noch die Damen in der Verfolgung am Samstagnachmittag im Einsatz (ab 14.25 Uhr im SportNews-Ticker).
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