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Lukas Hofer war heute sehr fehleranfällig. © ANSA / MARTIN METELKO

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Lukas Hofer war heute sehr fehleranfällig. © ANSA / MARTIN METELKO

Hofer mit Rekord, aber ohne Happy End

Zum Abschluss der Biathlon-Bewerbe der Herren bei den Olympischen Spielen in Mailand/Cortina lieferte der Massenstart noch einmal alles: Norwegische Dominanz, französische Klasse – und einen historischen Moment aus Südtiroler Sicht.

Die Bühne war angerichtet für das letzte Biathlon-Rennen der Herren bei diesen Olympischen Spielen in Mailand/Cortina: Der Massenstart, die Königsdisziplin, stand am Freitagnachmittag auf dem Programm. Während dieser mit den gewohnten Erfolgen für Norwegen und Frankreich endete, stand gleichzeitig ein weiterer Athlet besonders im Fokus: Lukas Hofer. Für den 36 Jahre alten Montaler war es die letzte Chance auf eine weitere olympische Medaille – und vielleicht auch der letzte Auftritt in Antholz? Darüber will sich der Südtiroler nach dieser Saison den Kopf zerbrechen, wie er im SportNews-Interview berichtete.


Doch ähnlich wie in den vorherigen Rennen lief der Massenstart für Hofer nicht wirklich nach Wunsch. Eine durchwachsene Laufleistung und eine fehleranfällige Schießleistung bedeuteten, dass der 36-Jährige schlussendlich nie etwas mit dem Rennen um die Top-Platzierungen zu tun hatte. Am Ende landete Hofer mit 8 Fehler auf dem 25. Platz mit einem Rückstand von 4.52,4 Minuten auf den Sieger Johannes Dale-Skjevdal. Sturla Holm Laegreid holte Silber (+10,5 Sekunden/1 Fehler) und Quentin Fillon Maillet (+25,6/4 Fehler) gewann Bronze.

Johannes Dale-Skjevdal holte Gold. © APA/afp / FRANCK FIFE

Johannes Dale-Skjevdal holte Gold. © APA/afp / FRANCK FIFE


Dennoch war es ein großer Tag für den Südtiroler. Mit seinem Start im Massenstart übernahm Lukas Hofer die Führung in einer ganz besonderen Statistik: Der Montaler steht nun bei 28 Einsätzen bei Olympischen Winterspielen und sicherte sich damit die alleinige Bestmarke. Dahinter folgen Simon Eder mit 27 Starts sowie Ole Einar Bjørndalen mit 26. Auch wenn das erhoffte Spitzenresultat zum Abschluss ausblieb, dürfte Hofer diesen historischen Meilenstein mit einem Lächeln quittieren.

Sorgen um Giacomel

Bitter lief der Massenstart besonders für Tommaso Giacomel. Der Azzurro war bei den ersten beiden Schießen drauf und dran, seine bisher etwas verkorksten Olympischen Spiele wieder gutzumachen. Inmitten des Führungsquintetts mit Quentin Fillon Maillet und den beiden starken Norwegern lag er zur Hälfte des Rennens auf Medaillenkurs.

Tommaso Giacomel (links) war vorne mit dabei. © ANSA / MARTIN METELKO

Tommaso Giacomel (links) war vorne mit dabei. © ANSA / MARTIN METELKO


Doch dann der Schock: Giacomel trat deutlich auf die Bremse und ließ abreißen. Als er bei einem seiner Trainer vorbeilief, schüttelte er enttäuscht den Kopf und griff sich an die Brust. Wenig später setzte sich Giacomel an den Streckenrand und brach das Rennen ab. Noch während des Rennens gab die FISI ein Update: Schmerzen auf der linken Seite behinderten den Spitzenathleten und machten ihm das Atmen schwer.

Norwegischer Doppelsieg

Und ganz vorne? Da wurde der stark zunehmende Wind im zweiten Abschnitt des Rennens zum größten Widersacher der Top-Athleten. Der dreimalige Goldgewinner Quentin Fillon Maillet schoss beim dritten Schießen beispielsweise dreimal daneben, genauso wie Émilien Jacquelin und Johan-Olav Botn. Der Einzige, der mit der Waffe in den Händen heute die Nerven behielt, war Johannes Dale-Skjevdal. Er traf immer ins Schwarze und holte sich vor seinem Landsmann, dem Dauerbrenner dieser Olympischen Spiele, Sturla Holm Lægreid, die Goldmedaille.

Dale-Skjevdal war der einzige Biathlet, der heute fehlerlos im Schießen blieb. © APA/afp / ODD ANDERSEN

Dale-Skjevdal war der einzige Biathlet, der heute fehlerlos im Schießen blieb. © APA/afp / ODD ANDERSEN


Spannend wurde es vor allem im Rennen um Bronze. Denn obwohl Fillon Maillet vier Scheiben stehen ließ, war der Franzose auch heute wieder mit Abstand der stärkste Athlet in der Loipe und schnappte sich im stürmischen Wind von Antholz im letzten Abschnitt noch den Deutschen Philipp Horn (1 Fehler). Nach dreimal Gold krallte sich der Franzose also noch eine Bronzemedaille bei diesen Winterspielen.

Die Ergebnisse

Pos.NameLandZeit
1.Johannes Dale-SkjevdalNorwegen39.17,1 Minuten
2.Sturla Holm LagreidNorwegen+10,5
3.Quentin Fillon MailletFrankreich+25,6
4.Philipp HornDeutschland+35,5
5.Vetle Sjaastad ChristiansenNorwegen+1.48,1
6.Michael KrcmarTschechien+2.03,6
7.Philipp NawrathDeutschland+2.05.3
25.Lukas HoferItalien/Montal+4.52,4
28.Nicola RomaninItalien+5.56,9
DNFTommaso GiacomelItalien...

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