
Justine Braisaz-Bouchet macht eine schwierige Zeit durch. © Pierre TEYSSOT
Morddrohungen schockieren Biathlon-Frankreich
Die Kreditkarten-Affäre, ein vermeintlicher Manipulationsversuch und jetzt auch noch das: Frankreichs Biathlon-Star Lou Jeanmonnot macht Morddrohungen gegen die Tochter einer ihrer Teamkolleginnen bekannt. Ihre Worte sorgen für Entsetzen.
13. Dezember 2025
Von: fop
Die Morddrohungen gegen die Tochter der französischen Biathletin Justine Braisaz-Bouchet haben im französischen Wintersport für großen Wirbel gesorgt. Öffentlich gemacht wurden die Vorfälle von Teamkollegin Lou Jeanmonnot, die nach ihrem Sieg im Hochfilzen-Sprint offen über die Belastungen sprach, denen Braisaz-Bouchet seit Jahren ausgesetzt ist.
Jeanmonnot, eine enge Freundin von Braisaz-Bouchet, schilderte gegenüber L’Équipe, dass die Situation rund um die Kreditkartenaffäre das Team seit dreieinhalb Jahren begleite. Besonders schockierend sei jedoch, dass die Angriffe mittlerweile eine neue Dimension erreicht hätten: Auch die Tochter von Braisaz-Bouchet sei vergangene Woche mit Morddrohungen konfrontiert worden.
„So hätte ich mir meine Karriere in der französischen Nationalmannschaft nicht vorgestellt“ Lou Jeanmonnot
„Ehrlich gesagt finde ich das widerlich. Es ist nicht normal, dass das solche Ausmaße angenommen hat“, erklärte Jeanmonnot. Das hinterlasse ein Gefühl der Ohnmacht angesichts „menschlicher Grausamkeit“. Sie betonte, dass Braisaz-Bouchet einen hohen Preis für eine Affäre zahle, in der sie selbst das Opfer sei.
Verband verurteilt Angriffe deutlich
Jeanmonnot führte weiter aus und kam zu folgendem Fazit: „So hätte ich mir meine Karriere als Sportlerin in der französischen A-Nationalmannschaft nicht vorgestellt. Ich hätte mir gewünscht, dass es so wäre wie damals, als ich noch Juniorin war, dass ich mit meinen Freundinnen zum Training gehe und mich darauf freue. Leider ist das nicht der Fall.“Lou Jeanmonnot sprach in Hochfilzen Klartext. © Pierre TEYSSOT
Der Französische Skiverband (FFS) reagierte auf die Aussagen und verurteilte die Drohungen sowie die anhaltenden Beleidigungen in den sozialen Netzwerken. Der Verband sprach Braisaz-Bouchet und ihrer Familie seine Unterstützung aus. FFS-Präsident Fabien Saguez erklärte, es sei richtig gewesen, dass Jeanmonnot öffentlich Stellung bezogen habe. Trotz der angespannten Situation sieht er das Team als intakt. Der Trainerstab sei erfahren und werde unterstützt, um die sportliche Stabilität der Mannschaft zu sichern.
Hintergrund: Kreditkartenbetrug und Folgen
Auslöser der anhaltenden Spannungen ist die Kreditkartenaffäre um Julia Simon. Die 29-Jährige war wegen betrügerischer Nutzung der Bankkarte von Braisaz-Bouchet zu einer Geldstrafe sowie zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Der Verband belegte sie mit einer sechsmonatigen Sperre, von der fünf Monate zur Bewährung ausgesetzt wurden. Simon feierte beim Sprint von Hochfilzen mit Platz 19 ihr Comeback, wurde jedoch nicht für die Frauen-Staffel am Samstag nominiert.Julia Simon läuft seit Freitag wieder im Weltcup. © Pierre TEYSSOT
Braisaz-Bouchet ist zeitgleich in eine weitere Affäre verwickelt: Sie soll beobachtet haben, wie Jeanne Richard vor einem Wettkampf am Ende der vergangenen Saison versucht hat, die Einstellungen am Gewehr von Océane Michelon zu verändern. Der Fall wurde bislang von französischen Verantwortlichen dementiert und nicht weiter geahndet.
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