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Émilien Jacquelin befindet sich auf einem besonderen Abenteuer. © APA/afp / KERSTIN JOENSSON

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Émilien Jacquelin befindet sich auf einem besonderen Abenteuer. © APA/afp / KERSTIN JOENSSON

Rad-Debüt im Blick: Biathlon-Star sucht nach sich selbst

Émilien Jacquelin hat einen ungewöhnlichen Schritt gewagt. Der französische Biathlet verbringt einen Teil seiner Vorbereitung auf zwei Rädern und trainiert derzeit mit dem Radsportteam Decathlon CMA CGM. Sein Debüt hat er im Blick – und befindet sich auf der Suche nach sich selbst.

Für den zweimaligen Weltmeister geht es bei seinem aufsehenerregenden Ausflug in den Radsport jedoch um weit mehr als sportliche Ergebnisse. Der Wechsel soll ihm helfen, die Freude am Wettkampf wiederzufinden und sich persönlich weiterzuentwickeln. Jacquelin liebäugelt mit einem Debüt im August – gewiss ist ein solches aber noch nicht.


„Ich weiß nicht, ob das Team mir sagen wird, dass ich bereit bin – das gehört zum Geheimnis dazu“, sagte er in einem Interview mit der IBU. „Genau wie im Winter konzentriert man sich, wenn der Renntag kommt, einfach auf das Rennen. Ich glaube, wenn ich morgen starten müsste, wäre mein Kopf bereits im Rennmodus.“

Jacquelin eifert Rad-Ikone Pantani nach

Seine Liebe zum Radsport ist spätestens seit den Olympischen Spielen 2026 der ganzen Welt bekannt. Bei den Wettkämpfen in der Südtirol Arena zu Antholz ging der Franzose mit einem Ohrring der verstorbenen Rad-Ikone Marco Pantani an den Start. Nun eifert er seinem Vorbild gewissermaßen nach – und gibt alles für seinen Traum.

Émilien Jacquelin bei den Olympischen Spielen in Antholz. © AFP / ODD ANDERSEN

Émilien Jacquelin bei den Olympischen Spielen in Antholz. © AFP / ODD ANDERSEN


„Ich weiß nicht, was im Rennen passieren wird. Es gibt Dinge, die ich kontrollieren kann: jeden Tag hart trainieren, auf meine Ernährung achten, gut schlafen, in Bezug auf die Intensität alles geben, versuchen, meine Fähigkeiten zu verbessern und mich auf dem Rad zu entspannen“, erklärte er. „Niemand weiß, wie ich in einem Fahrerfeld reagieren werde. Das ist die größte Herausforderung, aber ich glaube, dass ich für ein Rennen im August bereit sein kann.“

Jacquelin auf der Suche nach sich selbst

Wie eingangs erwähnt jagt Jacquelin auf dem Fahrrad nicht Siegen oder Top-Platzierungen hinterher, vielmehr befindet er sich auf der Suche nach sich selbst. „Ich habe Biathlon so betrieben, wie andere wollten, dass ich ihn betreibe“, merkte er an. „Seit ich 2022 eine Pause eingelegt habe, war ich eigentlich nur zweimal wirklich ich selbst: in Le Grand-Bornand, weil mich das Publikum dort dazu bringt, alles zu geben. Wenn es pure Freude ist, ist es mir egal, ob ich gewinne oder verliere.“

Der Gewinn der olympischen Bronzemedaille in der Verfolgung in Antholz stellte ebenso einen solchen Höhepunkt dar. „Es war das erste Mal, dass die Menschen in der Biathlon-Welt akzeptiert haben, wie ich schieße, laufe und Risiken eingehe. Auch wenn das vielleicht nicht der beste Weg ist, Olympiasieger zu werden“, so der 31-Jährige. „Ich habe aber die Freude am Biathlon wiedergefunden.“

Dieses Gefühl möchte er nun auf seinem außergewöhnlichen Abenteuer verstärken – und anschließend wieder in den Biathlon zurückkehren, um bei den Olympischen Spielen 2030 in Frankreich dabei zu sein. „Aber es ist nicht so einfach. Es gibt viele junge Athleten voller Energie und Motivation. Ich weiß, dass ich, wenn ich wirklich dabei sein will, denselben Hunger nach Erfolg uhaben muss wie die Jüngeren. Genau das möchte ich mit dem Radsport erreichen“, so Jacquelin.

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