
Johan-Olav Botn ist Olympiasieger im Einzel. © APA/afp / FRANCK FIFE
Tränen eines Olympiasiegers: Botn krönt sich in Antholz
Das Biathlon-Einzel der Herren bei den Olympischen Spielen in Antholz hat vielerlei Geschichten erzählt. Ein Norweger eroberte Gold, ein Finne verpasste knapp die Sensation – und die Lokalmatadoren Tommaso Giacomel und Lukas Hofer waren am Schießstand im Pech. Patrick Braunhofer trumpfte derweil auf.
10. Februar 2026
Von: nie
„Für Sivert!“, schrie Johan-Olav Botn in die TV-Kamera, nachdem er kurz zuvor die Ziellinie im Einzel der Herren überquert hatte. Soeben hatte sich der 26-jährige Norweger mit einer makellosen Leistung am Schießstand und einer bärenstarken Darbietung in der Loipe zum ersten Mal in seiner Karriere zum Olympiasieger gekrönt. Seine ersten Gedanken im absoluten Höhepunkt seines Schaffens galten dem am 23. Dezember verstorbenen Teamkollegen Sivert Guttorm Bakken, den er damals tot in dessen Hotelzimmer am Lavazè-Pass aufgefunden hatte.
Ein emotionaler Moment in der Südtirol Arena zu Antholz. Wenig später zog sich der Norweger im Athletenbereich zurück und nahm sich Zeit für sich – die Feierlichkeiten konnten erst einmal warten. „Auf der letzten Runde hat es sich so angefühlt, als wäre er bei mir gewesen“, bezog sich Botn auf Bakken. „Ich hoffe, er hat von oben zugeschaut.“ Hinter ihm freuten sich der Franzose Eric Perrot (+14,8 Sekunden/1 Fehlschuss) und sein Landsmann Sturla Holm Lägreid (+48,3/1) über Silber und Bronze. Auf dem vierten Rang landete sensationell der Finne Olli Hiidensalo (+1.29,7/0). Dem krassen Außenseiter gelang ein fabelhafter Auftritt, letzten Endes fehlte ihm nur ein Fehlschuss seitens Lägreid zu Edelmetall.
Hofer und Co. stark – und auch im Pech
Im Kreis der Medaillenanwärter bewegte sich vor dem Wettkampf auch Tommaso Giacomel. Das heißeste Eisen im Feuer der Azzurri leistete sich aber gleich drei Fehlschüsse und fiel dadurch im Rennen weit zurück. Seine Laufstärke brachte ihm schlussendlich einen achtbaren sechsten Platz ein, der andeutete, was in der Südtirol Arena für ihn möglich gewesen wäre (+2.27,5 Minuten). Bis zum dritten Schießen lagt Lukas Hofer indes auf dem sechsten Platz und durfte zwischenzeitlich sogar von einer Medaille träumen: Ein Fehler beim letzten Liegendanschlag sowie zwei weitere Patzer beim finalen Stehendanschlag beendeten jedoch jäh den Höhenflug (16./+4.01,0). Ein Beweis dafür, dass das Rennen am Schießstand entschieden wurde.Lukas Hofer war im Finale im Pech. © APA/afp / FRANCOIS-XAVIER MARIT
Enorm viel Selbstvertrauen tankte derweil Patrick Braunhofer. Bei seinem olympischen Debüt mischte der Ridnauner lange vorne mit und handelte sich nur eine Strafminute ein. Am Ende freute er sich über einen 14. Platz (+3.30,2) – seine beste individuelle Platzierung im Weltcup ist übrigens ein 19. Rang.
Die Azzurri können auf ihren Leistungen aber aufbauen und ambitioniert in die nächste Herausforderung starten. Am Freitag steht der Sprint über zehn Kilometer an (14.00 Uhr). Zuvor sind noch die Damen am Mittwoch im Einzel über 15 Kilometer gefordert (14.15 Uhr).
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