
Tommaso Giacomel hat in der Verfolgung von Oberhof gesiegt. © APA/afp / TOBIAS SCHWARZ
Ungewohnte Worte von Giacomel: „Habe den Sieg nicht verdient“
Tommaso Giacomel hat am Samstag den dritten Weltcupsieg in Folge gefeiert und das Gelbe Trikot übernommen. Im Anschluss überraschte er mit ungewohnten Worten.
10. Januar 2026
Von: nie
Es waren Verhältnisse, die ein ganzes Rennen komplett auf den Kopf stellen konnten. Der Wind am Schießstand in der Thüringen Arena zu Oberhof stellte die Athleten vor eine Herausforderung sondergleichen, die Böen waren an diesem Tag der knackigste Gegner der Skijäger. „Oberhof ist die Universität des Biathlons, und bei dieser Prüfung sind heute viele durchgefallen – mich eingeschlossen, denn ich habe sechs Fehler gemacht“, resümierte Tommaso Giacomel das Geschehen in der Loipe. Sechs Strafrunden klingen nach einem Platz außerhalb der Top 10. Doch weit gefehlt: Der Trentiner trug nach einem dramatischen Finale den Sieg davon.
„Ich glaube nicht, dass ich den Sieg heute verdient habe, mit so einer Leistung am Schießstand“, wurde der 25-Jährige anschließend in einer Pressemitteilung des italienischen Wintersportverbandes (FISI) zitiert. Auf Platz sechs liegend kam Giacomel zum letzten Stehendanschlag, nicht einmal eine Zeigerumdrehung später lag er in Führung. „Nach der letzten Serie bin ich mit acht Sekunden Vorsprung auf Uldal rausgegangen – das war schon eine kleine Überraschung.“
Giacomel endlich im Gelben Trikot
Ein schöner Nebeneffekt seines turbulenten Triumphes: das Gelbe Trikot. Zum ersten Mal in seiner Karriere liegt Giacomel im Gesamtweltcup auf Platz eins, mit 611 Punkten führt er das Klassement vor Johan-Olav Botn (560) und Eric Perrot (529) an. Voll auskosten wollte er diesen Moment jedoch nicht. „Ich möchte betonen, dass ich mich nicht als den Stärksten sehe, nur weil ich das Gelbe Trikot übernommen habe“, unterstrich der erste Azzurro seit Andreas Zingerle im Jahre 1992, der in der Gesamtwertung vorne liegt.„Der derzeit stärkste Biathlet ist Johann Olav Botn, der im Moment krank ist – wenn er zurückkommt, wird das eine ganz andere Geschichte.“ Tommaso Giacomel
„Ich möchte dieses Gefühl lieber auf der Strecke gewinnen: Der derzeit stärkste Biathlet ist Johann Olav Botn, der im Moment krank ist – wenn er zurückkommt, wird das eine ganz andere Geschichte“, so Giacomel weiter. Botn musste seine Teilnahme an Oberhof krankheitsbedingt absagen, wodurch es Giacomel erst möglich wurde, mit zwei Siegen am Norweger vorbeizuziehen.
Zwischen 14. und 18. Jänner macht der Weltcup in Ruhpolding Halt. Den Anfang macht die Staffel der Damen am Mittwoch (14.30 Uhr), drei Tage später kommt es im Sprint der Herren zum Duell zwischen Giacomel und Botn (14.30 Uhr).
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