
Dorothea Wierer befindet sich auf den letzten Metern ihrer Karriere. © APA/afp / TOBIAS SCHWARZ
Wierer: „Vielleicht wird es am Anfang komisch“
Das Karriereende von Dorothea Wierer rückt mit jedem absolvierten Rennen einen Schritt näher. Nach dem Sprint in Ruhpolding gab sie bei SportNews einen Einblick in ihre Welt.
16. Januar 2026
Aus Ruhpolding

Von:
Christoph Niederkofler
Ein letztes Mal Sprint – so lautete die Überschrift über den Einsatz von Dorothea Wierer am Freitagnachmittag. In der Chiemgau Arena bestritt die zweimalige Gesamtweltcupsiegerin aus Niederrasen den letzten Weltcup-Sprint ihrer illustren Karriere. Lange Zeit kämpfte sie um das Podest, am Ende wurde die viermalige Weltmeisterin aufgrund eines Fehlers am Schießstand auf Platz 17 zurückgereicht.
An die große Glocke hängen wollte Wierer ihr persönliches Finale aber nicht. „Jeder fragt nach, man merkt es bei den Fans, wenn sie mich beim Vorbeilaufen anfeuern. Aber es ist eben nun mal an der Zeit“, meinte sie anschließend im Interview mit SportNews. „Wenn man so viele Jahre dabei ist, sind es die Fans natürlich gewohnt, mich zu sehen. Vielleicht wird es am Anfang komisch, aber man gerät schon bald in Vergessenheit – das gehört dazu.“
„Viele dachten, dass ich nichts mehr schaffe. Ich kann mit gutem Gewissen aufhören.“ Dorothea Wierer
Nach den Olympischen Spielen in Antholz wird Wierer ihre Karriere beenden. Von dem letzten großen Rampenlicht lässt sie sich nicht unter Druck setzen. „In Antholz bin ich auf alles gefasst. Mein Ziel ist es, dass ich meine Leistung abrufe. Ich möchte mich einfach mit einem guten Gefühl verabschieden. Meine Karriere wird sich im Nachgang nicht verändern – egal ob ich dort gut oder schlecht abschneide“, unterstrich sie. „Ich bin extrem froh, wie es bisher gelaufen ist. Viele dachten, dass ich nichts mehr schaffe. Ich kann mit gutem Gewissen aufhören.“
Auchentaller: „Nehme es von Tag zu Tag“
Wierers Fazit zum Auftritt in Ruhpolding fiel derweil nüchtern aus. „Auf der letzten Runde habe ich den Rücken wieder etwas gespürt, vielleicht war es aber auch nur der Schnee“, so Wierer. „Ich weiß nicht genau, warum ich heute so lax unterwegs war.“ In der Verfolgung am Sonntag will sich die Altmeisterin jedenfalls zurückmelden. An ihrer Seite möchte sich auch Hannah Auchentaller beweisen. Mit Platz 33 sammelte die Antholzerin ihre ersten Punkte der Saison, pünktlich zu den Olympischen Spielen zeigt die Formkurve nach schwierigen Wochen nach oben.Hannah Auchentaller kämpfte sich wieder zurück. © Pierre TEYSSOT
„Endlich kann ich wieder zeigen, dass ich ein gutes Biathlon draufhabe“, freute sich die 24-Jährige, die am Mittwoch mit der Staffel den zweiten Platz bejubelte. „In Ruhpolding ist ein Fehler bereits einer zu viel, man muss mit einer Null durchkommen. Mit 90 Prozent ist es immer noch ein gutes Rennen.“ An die Winterspiele im eigenen Wohnzimmer denkt sie noch nicht. „Ich nehme es von Tag zu Tag und gebe mein Bestes – alles andere liegt nicht in meiner Hand.“
Zingerle meldet sich zurück
Über einen unverhofften Einsatz in Ruhpolding freute sich derweil Linda Zingerle. Nachdem die Antholzerin beim Weltcup in Oberhof erstmals in ihrer Karriere in den Punkten landete, war sie in dieser Woche für den IBU Cup in Brezno-Osrblie vorgesehen. Dort lief sie am Mittwoch in der Single-Mixed-Staffel auf Rang drei, wurde dann aber aufgrund des Ausfalls von Rebecca Passler für den Weltcup nachnominiert. Die 23-Jährige nutzte ihre Chance und qualifizierte sich als 55. noch für die Verfolgung. „Vielleicht war es ein Fehler zu viel heute. Es hätte gerne einer weniger sein können. Aber in der Verfolgung bin ich drin, das zählt“, gab sie zu Protokoll.Profil bearbeiten
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