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Lukas Hofer wurde in Ruhpolding eine besondere Ehre zuteil. © Pierre Teyssot / Pentaphoto

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Lukas Hofer wurde in Ruhpolding eine besondere Ehre zuteil. © Pierre Teyssot / Pentaphoto

WM-Medaille für Hofer: „Vielleicht ein Test für Antholz“

Patrick Braunhofer und Lukas Hofer haben in der Staffel der Herren beim Weltcup in Ruhpolding abgeliefert. Letzterer erhielt im Anschluss eine WM-Medaille.

Aus Ruhpolding

Christoph Niederkofler

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Christoph Niederkofler

Eine „Anprobe“ mit einer Silbermedaille knapp drei Wochen vor den Olympischen Spielen? Das ist ungewöhnlich. Für Lukas Hofer war dies am Donnerstagnachmittag aber Realität. Aufgrund der Annullierung der Ergebnisse des wegen Dopings verurteilten Russen Evgeny Ustyugov wurde aus dem WM-Bronze des Südtirolers im Massenstart von Chanty-Mansijsk (2011) im vergangenen Sommer nachträglich Silber. Im Anschluss an die Weltcup-Staffel in Ruhpolding wurde Hofer seine neue Medaille offiziell überreicht.


„Vielleicht ist es ein Test für Antholz“, lachte der Montaler im Interview mit SportNews. „Es ist schön, dass selbst viele Jahre nach dem Wettkampf gegen Doping und für das Richtige gekämpft wurde.“ Glücklicherweise waren Hofer vor 15 Jahren keine besonderen Erinnerungen verwehrt geblieben, als Dritter durfte er bekanntlich bei der Zeremonie auf dem Treppchen stehen. „Jetzt leuchtet es in der Vitrine einmal mehr silbern, das freut mich natürlich auch“, gab er zu und schob nach: „Und eine eigene Preisverteilung: Des isch oanfoch perig!“

„Wir waren auf Tuchfühlung mit den allerbesten Nationen.“ Lukas Hofer

Aber auch mit seiner Leistung in der Staffel zeigte sich Hofer äußerst zufrieden. Auf Platz eins liegend hatte der Südtiroler von Patrick Braunhofer übernommen, nach einer starken Darbietung übergab er schließlich auf Rang drei. „Wir waren auf Tuchfühlung mit den allerbesten Nationen“, fasst er das Rennen zusammen. „Die wichtigsten Positionen haben wir getestet. Wir wissen, was geht. Jetzt heißt es: Warten auf Olympia.“ Auch abseits der Staffel überzeugte der 36-Jährige in dieser Saison, vor allem mit seiner Konstanz bestach der Montaler. Ein Resultat seiner Vorbereitung, welche darauf abzielte, im Februar den Höhepunkt zu erreichen. „Wenn es so weitergeht, kann noch viel passieren.“

Braunhofer: „Kann es nicht einmal selbst fassen“

Apropos starke Leistung: Drei Wochen vor den Olympischen Spielen als Führender in der Staffel übergeben – einen besseren Zeitpunkt hätte sich Braunhofer für seinen bärenstarken Auftritt kaum aussuchen können. „Ich kann es nicht einmal selbst fassen. Ich wusste: Wenn ich am Schießstand sauber bleibe, dann ist alles drin“, ordnet der überglückliche Ridnauner seine Leistung ein.

Patrick Braunhofer beim Weltcup in Ruhpolding. © APA/afp / TOBIAS SCHWARZ

Patrick Braunhofer beim Weltcup in Ruhpolding. © APA/afp / TOBIAS SCHWARZ


In seiner Rolle als Startläufer blüht der 27-Jährige in dieser Saison auf, zum dritten Mal wurde ihm diese Aufgabe zuteil – die es nicht zu unterschätzen gilt. „Vor dem Start ist man immer etwas nervös, weil es ein Massenstart ist. Aber genau das macht es aus: Niemand weiß, wie die der andere reagiert“, spielt er auf die unvorhersehbaren Szenen auf den ersten Kilometern eines Rennens an. „Ich habe in dieser Saison jetzt drei Staffeln hinter mir und jedes Mal hat sich etwas komplett anderes abgespielt.“

Nachdem er am Donnerstag aufgetrumpft hat, geht der Blick unweigerlich nach vorn. Immerhin steht der Höhepunkt vor der Tür. „Olympia klopft an die Tür. Man ist mit jedem Gedanken dabei: Schaffe ich es, reicht meine Leistung? Wir wissen noch nicht, wer zu Olympia fährt. Ich gebe mein Bestes, die Entscheidung wird von den Trainern getroffen“, sagt Braunhofer.

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