3 Eisschnelllauf

Nils van der Poel machte mit einer besonderen Geste auf sich aufmerksam. © APA/afp / HANDOUT

Olympiasieger verschenkt Goldmedaille: „Hoffnung in dunkler Stunde“

Zwei Goldmedaillen eroberte Eisschnellläufer Nils van der Poel bei den Olympischen Spielen in Peking. Nun wandte sich der Schwede mit einer besonderen Botschaft an die Öffentlichkeit – und verschenkte seine Goldmedaille.

Sowohl über 5.000 Meter als auch über 10.000 Meter vermochte ihm niemand das Wasser zu reichen. Angesichts seines Triumphes zeigt sich van der Poel jedoch erschüttert. „Schweden hat die Olympischen Spiele mit 18 Medaillen verlassen. Wir haben aber auch einen schwedischen Bürger zurückgelassen“, erklärte er in einem Statement in den sozialen Medien.


Damit bezog er sich auf Gui Minhai. Der Buchhändler und Autor, welcher in seinen Büchern auch die chinesische Führung kritisiert, wurde im Februar 2020 in China zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Der Grund: Spionage. In Schweden kocht dieses Thema regelmäßig hoch, Außenministerin Anna Linde forderte unlängst die Freilassung des schwedischen Bürgers: „Wir bestehen mit Nachdruck darauf, dass Gui Minhai freigelassen wird und zu seiner Familie zurückkehren kann.“

Van der Poel: „Träume als politische Waffe“

Als Zeichen seiner Solidarität übergab van der Poel nun eine seiner kürzlich erkämpften Goldmedaillen an Guis Tochter Angela. Damit wollte er nicht nur auf den Fall des Schweden aufmerksam machen, sondern auch auf die Menschenrechtslage in China. „Ich möchte, dass die Menschenrechtsverletzungen in China reduziert werden und Gui Minhai freigelassen wird. Das ist viel verlangt, aber es ist das einzig Vernünftige, was man sich wünschen kann“, erklärte van der Poel.

Van der Poel gemeinsam mit Angela Minhai. © APA/afp / HANDOUT

Im Zuge der Winterspiele fühlte sich der Olympiasieger ausgenutzt. Das Großereignis sei von China dazu verwendet worden, sich mithilfe der außergewöhnlichen Leistungen der Athleten von der eigenen Schuld reinzuwaschen und den Fokus von der politischen Situation abzulenken.

„Ich und meine Sportfreunde haben unser Leben damit verbracht, nach der Spitze zu streben, und die chinesische Regierung benutzt unsere Träume als politische Waffe, um ihr Regime zu legitimieren. Das wurde für mich persönlich und ich fühlte mich benutzt“, so van der Poel weiter.
„Die chinesische Regierung benutzt unsere Träume als politische Waffe, um ihr Regime zu legitimieren. Das wurde für mich persönlich und ich fühlte mich benutzt.“ Nils van der Poel

Nun setzte der Schwede also ein Zeichen und unterstützte die Bewegung zur Freilassung von Minhai. „Ich hoffe, dass dies ein Funken der Solidarität und Hoffnung in dieser dunklen Stunde sein kann“, unterstrich er. Ob sich dieser Funke letztendlich auch in ein Feuer verwandeln kann, wird sich zeigen.

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