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Cyprien Sarrazin (Mitte) bei seinem Kitzbühel-Triumph im Jänner 2024 mit Florian Schieder (links) und Marco Odermatt (rechts). © ANSA / CHRISTIAN BRUNA

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Cyprien Sarrazin (Mitte) bei seinem Kitzbühel-Triumph im Jänner 2024 mit Florian Schieder (links) und Marco Odermatt (rechts). © ANSA / CHRISTIAN BRUNA

Der König ist zurück: Sarrazin wieder auf der Streif

Seit seinem üblen Sturz im Dezember 2024 in Bormio hat Cyprien Sarrazin kein Rennen mehr bestritten. Beim Weltcup in Kitzbühel kehrte der Franzose ins Rampenlicht zurück – und zwar sogar auf der Piste.

Aus Kitzbühel

Christoph Niederkofler

Von:
Christoph Niederkofler

Tragik und Romantik liegen nur allzu oft nah beieinander – das gilt auch in der Welt des Abfahrtssports. Als am frühen Mittwochmorgen Cyprien Sarrazin auf Skiern auf die Streif zurückkehrte, war es genau ein solcher Moment. „Das wird bestimmt einiges aufrühren“, fasste der Franzose in den Sozialen Medien seine Gefühlslage zusammen. In Kitzbühel befindet sich der 31-Jährige an der Seite seiner Mannschaft, bei der Besichtigung rutschte der Doppelsieger von 2024 mit. Oder um es mit seinen Worten zu beschreiben: „Emotionen, Erinnerungen und diese einzigartige Mischung, die man nirgendwo sonst findet.“


Vor ziemlich genau 24 Monaten krönte sich Sarrazin inmitten einer tobenden Menge zum König der Streif, an zwei aufeinanderfolgenden Tagen war gegen ihn kein Kraut gewachsen. In den Wochen zuvor stahl er Marco Odermatt und Co. auch in Wengen (Super-G) und Bormio (Abfahrt) die Show, in Kitzbühel mutierte er spätestens mit dem ikonischen Schnappschuss auf der Zielbande zum Mythos. Jener Höhepunkt sollte jedoch sein bislang letzter im Weltcup bleiben: Sein übler Sturz in Bormio rund elf Monate später löste nicht nur eine Sicherheitsdebatte aus, sondern versetzte ihn auch noch in Lebensgefahr.

Sarrazin: „Wie ein König behandelt“

„Mir kamen ein paar Tränen“, resümierte Sarrazin im Interview mit Le Dauphine die unerwartete Rückkehr in sein Wohnzimmer. „Hier zu sein bedeutet mir sehr viel. Ich werde wie ein König behandelt. Ich liebe diesen Ort und sie lieben mich.“ Ein Umstand, welcher Sarrazin freilich motiviert. Aufgrund einer Blutung im Gehirn musste der fünfmalige Weltcupsieger nach seinem Trainingssturz in Bormio notoperiert werden, tagelang lag er im Koma. „Ich konnte kaum sprechen. Es ist immer noch verrückt, auch wenn ich es noch nicht ganz begriffen habe“, meinte er.

Mitte Dezember ging es für Sarrazin schließlich nach langer Leidenszeit wieder zurück auf Skier. Überstürzen will der französische Adrenalinjunkie mit Blick auf sein Comeback aber nichts, vielmehr will er einen Schritt nach dem anderen setzen. Der Auftritt in Kitzbühel, den er im Zuge der Premiere der Prime Video-Dokumentation Downhill Skiers: Rausch der Geschwindigkeit absolvierte, schenkte ihm auf jeden Fall eine ordentliche Portion Kraft. „Ehrlich gesagt: Ich brenne darauf, wieder auf die Piste zu kommen“, meinte Sarrazin. „Aber ich lasse mir Zeit, es sind noch viele Schritte zu gehen.“

Erinnerungen holen Sarrazin ein

Ohne Schockmoment ging die Rückkehr von Sarrazin nicht über die Bühne. Ken Caillot stürzte im zweiten Training bei der Anfahrt auf die Mausefalle und wurde anschließend über die extrem steile Passage hinausgeschleudert. „Es war herzzerreißend“, reagierte Sarrazin auf den Abflug seines Landsmannes. „Wir gehen ein Risiko ein, das ist uns allen klar.“ Glücklicherweise folgte wenige Stunden später die Entwarnung: Caillot zog sich keine schweren Verletzungen zu.

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