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Wusste selbst nicht, wie ihm geschah: Adrian Smiseth Sejersted. © APA / BARBARA GINDL

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Wusste selbst nicht, wie ihm geschah: Adrian Smiseth Sejersted. © APA / BARBARA GINDL

„Der Typ ist verrückt“: Die Kitzbühel-Szene, die alle verblüfft

Der Super-G in Kitzbühel wurde am Freitag von einer Szene überstrahlt, die alles und jeden verblüffte. „Für mich ist er ein Superman“, so formulierte es beispielsweise Felix Neureuther.

Ja, Marco Odermatt hat am Freitag seinen 53. Weltcupsieg gefeiert. Ja, Franjo von Allmen legte dem Schweizer Superstar nach Platz 2 und nur drei Hundertstelsekunden Rückstand scherzhaft den Würgegriff an den Hals. Ja, Stefan Babinsky ließ die österreichischen Fans mit seinem dritten Platz jubeln. Doch am Ende war in Kitzbühel das Gesprächsthema Nummer 1 ein anderes. Adrian Smiseth Sejersted hat nämlich einen brutalen Crash auf unfassbare Art und Weise vereitelt.


Sejersted war mit großem Speed auf den Seidlalmsprung zugerast, kam kurz davor aber ins Straucheln – und wurde so über den Sprung hinauskatapultiert. In der Luft stand der Norweger quer, doch irgendwie schaffte er es, sich zu fangen, mit einem (!) Ski aufzukommen und seine Fahrt fortzusetzen.



Die Kirsche auf der Torte: Sejersted beendete das Rennen auf Platz 5 und konnte es im Ziel selbst nicht fassen. „Ich war ein bisschen zu spät dran, und in der Luft dachte ich dann: Das wird zu 100 Prozent ein böser Crash. Doch irgendwie schaffte ich es, mich zu retten. Ich hatte zunächst Sorgen, dass ich ein Tor nicht regelkonform passiert hatte, am Ende passte es aber. Schade, dass ich meine erste Gams verpasst habe“, so ein echt cooler Sejersted gegenüber Eurosport.

Schock und Bewunderung in der Ski-Welt

Die Ski-Welt nahm diesen Fast-Crash des Jahres dagegen mit einer Mischung aus Schock und Bewunderung wahr. „Es war völlig unglaublich, dass er auf den Beinen blieb. Als ich den Sturz gesehen habe, war ich mir sicher, dass seine Olympia-Teilnahme futsch war“, so Sejersteds Teamkollege Fredrik Møller. Und Ex-Abfahrts-Star Kjetil Jansrud, der für NRK als Kommentator arbeitet, meinte: „Wie ist das möglich? Er fährt ja weiter! Das ist das Schlimmste, was ich je gesehen habe. Um Himmels willen.“
„Er ist mein Superman des Tages.“ Felix Neureuther

Sieger Marco Odermatt war voll der Bewunderung. „Der Typ ist verrückt“, sagte er gegenüber NRK. „Er ist so schnell, und ohne diesen Fehler hätte er das Rennen wahrscheinlich gewonnen. Aber es ist beeindruckend, wie er sich von so einem Fehler erholt, den Fokus wiederfindet und angreift.“

ARD-Experte Felix Neureuther war von Sejersteds Kunststück ebenfalls angetan. „Was der in der Luft aufgeführt hat, ist… ich weiß es nicht… Eiskunstlaufen. Der grüßt die Leute, macht einen sogenannten Flieger und landet auf den Beinen. Er ist mein Superman des Tages“, so der deutsche Ex-Ski-Star. Kurzum: Eine Kitzbühel-Gams hat Sejersted am Freitag verpasst, die Herzen der Ski-Welt aber gewonnen.

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