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Max Perathoner beim Weltcup in Kitzbühel. © Marco Trovati/Pentaphoto

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Max Perathoner beim Weltcup in Kitzbühel. © Marco Trovati/Pentaphoto

„Ein Jahr der ersten Male“: Auf der Streif mit Max Perathoner

Für Max Perathoner ging am zurückliegenden Wochenende in Kitzbühel ein Traum in Erfüllung. SportNews hat den Grödner bei seinem einzigartigen Abenteuer auf der Streif begleitet.

Aus Kitzbühel

Christoph Niederkofler

Von:
Christoph Niederkofler

Müsste man sich in den vergangenen zwölf Monaten für einen einzigen Höhepunkt im sportlichen Leben des Max Perathoner entscheiden – die Auswahl würde einem schwerfallen. „Es fühlt sich an wie ein Jahr der ersten Male“, meinte der Wolkensteiner im Interview mit SportNews mit einem Schmunzeln. Da wären beispielsweise der Debütsieg im Europacup, die Abfahrtspremiere im Weltcup in Gröden und die ersten Punkte im Weltcup. „Und jetzt bin ich zum ersten Mal in Kitzbühel“, schob Perathoner nach. „Die Ergebnisse beiseite: Für mich ist es eine perfekte Saison.“


Die Streif lässt Herzen höher schlagen: Am TV-Bildschirm, vor Ort auf den Tribünen – und erst recht als Athlet. „Bei der Besichtigung war ich brutal nervös. Ich habe runtergeschaut und dachte mir: Puh, im Fernsehen sieht das nicht so steil aus“, gab Perathoner zu. Doch der 23-Jährige hätte sich nicht bis in den Weltcup gekämpft, wenn seine Komfortzone nicht genau dort beginnen würde, wo andere vor Ehrfurcht erzittern.

Nur Gröden war schöner als Kitzbühel

In den Trainings am Dienstag (63.) und Mittwoch (54.) sammelte der Grödner seine ersten Meter auf der Streif. „Seit ich zum ersten Mal ins Ziel gekommen bin, hab ich ein Grinsen von einem Ohr zum anderen“, sagte Perathoner, der zwei Tage vor seinem Debüt auf der Streif Geburtstag feierte. „Es war ein schönes Geschenk. Für mich ist das vielleicht einer der schönsten Momente im Leben – nach meiner ersten Abfahrt in Gröden.“

Max Perathoner hat sein erstes Weltcup-Wochenende in Kitzbühel erlebt. © ANSA / ANNA SZILAGYI

Max Perathoner hat sein erstes Weltcup-Wochenende in Kitzbühel erlebt. © ANSA / ANNA SZILAGYI


Mit der legendären Abfahrt in Kitzbühel sind natürlich auch viele Erinnerungen verbunden – immerhin liefert die Streif seit Jahrzehnten ikonische Bilder und epische Heldengeschichten. „Ich kann mich noch sehr gut an den Sieg von Hannes Reichelt im Jahr 2014 erinnern oder auch den schweren Sturz von Aksel Lund Svindal vor zehn Jahren“, so Perathoner. Mit Dominik Paris, Florian Schieder und Christof Innerhofer – seit Samstag auch Giovanni Franzoni - muss der junge Südtiroler aber nicht weit gehen, um derartige Erzählungen aus erster Hand zu erfahren.

Oben hapert es noch – und dann flutscht es

Ob er sich von Zimmerkollege Innerhofer, der in seiner Laufbahn immerhin für 50 Starts in Kitzbühel gemeldet war, vor seiner Premiere auf der Streif beraten ließ? „Ein paar Fragen habe ich Christof schon gestellt“, merkte er an. „Wenn ich beim nächsten Mal etwas besser unterwegs bin, kann ich mal genauer nachfragen, wie ich die letzten Hundertstelsekunden rausquetschen kann. Aber solange noch Sekunden fehlen, gehe ich selbst auf die Suche.“

Max Perathoner beim Weltcup in Gröden. © Gabriele Facciotti/Pentaphoto

Max Perathoner beim Weltcup in Gröden. © Gabriele Facciotti/Pentaphoto


Am Freitag war es schließlich so weit: Im Super-G nahm Perathoner die Herausforderung an – und feierte mit Platz 28 einen Achtungserfolg. „Ein wundervoller Tag. Ein riesiges Publikum, so viele Menschen, die man bis ins Starthaus hört“, schwärmte der Azzurro, nachdem er vor den Augen seiner Familie zum zweiten Mal in seiner Karriere Weltcuppunkte gesammelt hatte. „Ich wollte nichts erfinden, mich an die Linie halten und mich überwinden, um ein gewisses Risiko eingehen zu können.“ In seiner Analyse wusste Perathoner, wo es noch Luft nach oben gab. „Das erste Stück habe ich richtig verhauen, das habe ich sofort gemerkt“, meinte er. „Aber ab der Hausbergkante hat es super funktioniert.“

Rituale sind (noch) Fehlanzeige

Nun wird Profisportlern nachgesagt, dass sie nur allzu häufig abergläubisch seien. Bei Perathoner haben sich bislang aber noch keine Rituale eingeschlichen. „Logisch hat man beim Essen und Trinken eine gewisse Routine, aber ein bestimmtes Ritual habe ich nicht“, meinte er. „Aber es hat bisher auch ohne funktioniert!“ Das Jahr der ersten Male ist ein starker Beweis dafür.

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