
Michelle Gisin hat sich im vergangenen Dezember schwer verletzt. © ANSA / JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Gisin lässt Zukunft nach Horror-Sturz offen: „Im Moment unvorstellbar“
In einem ausführlichen Interview hat Michelle Gisin auf ihren üblen Sturz im vergangenen Dezember geblickt und ihre Zukunft im Ski-Weltcup offengelassen.
28. März 2026
Von: nie
Es waren Bilder, die im Gedächtnis blieben. Mit knapp 110 km/h war Michelle Gisin am 11. Dezember im Abfahrtstraining beim Weltcup in St. Moritz in die Fangnetze gekracht. Nach dem schweren Sturz musste die Kombi-Spezialistin mit dem Helikopter abtransportiert werden, schließlich folgte die niederschmetternde Diagnose: Verletzungen an Halswirbelsäule und rechter Hand, Kreuz- und Innenband gerissen.
„Es war unheimlich, als ich das Röntgenbild gesehen habe“, meinte Gisin nun in einem Interview mit dem Schweizer Rundfunk (SRF). „Für mich ist es nach wie vor schwierig, nachzuvollziehen, wie ich mich so schwer verletzen konnte.“
„Die Ärzte hatten mir erklärt, dass es wahnsinnig knapp war. Ich hätte querschnittsgelähmt sein können.“ Michelle Gisin
Wie sich bei der Diagnose herausstellte, blieb die 32-Jährige offenbar um Haaresbreite von einer absoluten Tragödie verschont. „Die Ärzte hatten mir erklärt, dass es wahnsinnig knapp war. Ich hätte querschnittsgelähmt sein können. Mit dieser Vorstellung habe ich sehr gekämpft“, gab Gisin einen Einblick.
Gisin lässt ihre Zukunft im Weltcup offen
Nur zwei Tage nach ihrem horrenden Sturz sorgte das tränenreiche Interview ihres Verlobten Luca De Aliprandini für sehr viel Mitgefühl. Wie der Nonsberger mit brüchiger Stimme damals hervorhob, sei es ihr Wunsch gewesen, dass er beim Riesentorlauf in Val d’Isére an den Start ging – ein „Ratschlag“, welchen Gisin heute bereut. „Mir hat es das Herz gebrochen“, meinte sie. „Mit dem Kopf bin ich irgendwo beim Merkur herumgeflogen. Ich war so stark unter Medikamenten und habe den Ernst der Lage nicht erkannt.“Nach einem solchen Sturz samt derart schweren Verletzungen stellt sich natürlich die Frage nach der Zukunft: Wird die zweimalige Kombi-Olympiasiegerin jemals wieder in den Weltcup zurückkehren? „Das werde ich herausfinden“, antwortete sie auf die Frage hin, ob es für sie eine nächste Saison gibt. „Ich will zumindest wieder einen Riesenslalom fahren im einfachen Gelände, das wäre schon eine enorme Leistung. Erst dann weiß ich, ob ich noch mal will.“
Damit sei es aber noch längst nicht getan. „Danach wird sich die Frage stellen, ob ich es noch kann. Ob ich nochmals will, möchte ich auf den Ski beantworten können, nicht auf der Liege beim Physiotherapeuten. Eine Entscheidung ist daher noch nicht gefallen.“, merkte Gisin an. „Zwei Tage nach dem Sturz hatte ich das Gefühl, ich könnte nach Val d’Isére. Aber genau so unrealistisch, wie das war, ist es im Moment unvorstellbar wieder Rennen zu fahren.“
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