
Mikaela Shiffrin strahlt am Semmering. © APA / GEORG HOCHMUTH
Kuriosum Semmering: Shiffrin gewinnt den Chaos-Slalom
Mikaela Shiffrin gewann den Slalom am Semmering, doch nicht nur ihr dortiger vierter Sieg in Folge sorgte bei Skifans und Athletinnen für viel Gesprächsstoff.
28. Dezember 2025
Von: tu
Nach langen Diskussionen, hitzigen Debatten und zahlreichen Fragezeichen bleibt am Ende doch alles beim Alten: Mikaela Shiffrin gewann den Nachtslalom am Semmering zum vierten Mal in Folge. Die US-Amerikanerin setzt sich vor der Schweizerin Camille Rast (+0,09 Sekunden) und der für Albanien startenden Lara Colturi (+0,57 Sekunden) durch – sportlich souverän, organisatorisch jedoch eingebettet in einen Abend, der noch lange nachhallen wird.
Bereits der erste Durchgang sorgte mit 40 Ausfällen für Stirnrunzeln – eine Zahl, wie sie zuletzt vor rund 25 Jahren zu Buche stand. Auch der zweite Lauf stand schon vor dem Start unter keinem guten Stern. Auslöser war eine heikle Torfolge im oberen Streckenabschnitt, die Shiffrin offen bei den Verantwortlichen kritisierte.
Kurzfristige Reaktion
Die Reaktion: Die Passage wurde umgesteckt – allerdings erst nach der Besichtigung. Damit hätten die Läuferinnen diese Stelle ohne vorherige direkte Streckenkenntnis bewältigen müssen. Um den Protesten zu begegnen, verschickte der Verband ein Video der geänderten Passage an die Nationen. Eine Maßnahme, die nicht überall auf Verständnis stieß: Der italienische Verband etwa zeigte sich öffentlich irritiert über dieses Vorgehen.Die US-Amerikanerin ließ sich von nichts aus dem Konzept bringen. © APA / GEORG HOCHMUTH
Neben den anhaltenden Diskussionen stand aber ja noch ein zweiter Lauf auf dem Programm. Die Piste präsentierte sich hier etwas zahmer als noch im ersten Lauf, die ganz großen Dramen blieben aus. Statt eines Kampfes ums Überleben rückte wieder der sportliche Vergleich in den Vordergrund – so, wie es im Weltcup sein sollte. Auch die kurzfristig entschärfte Torfolge führte letztlich zu keinen gravierenden Verschiebungen.
Shiffrins Zauberlauf
Mit jeder Läuferin wurde die Strecke allerdings ruppiger. Tiefe Furchen und ein unruhiger Untergrund machten insbesondere den Topstarterinnen des ersten Durchgangs zu schaffen. Am besten kam damit erneut Shiffrin zurecht: Mit Laufbestzeit im Finale stürmte sie von Rang vier noch ganz nach vorne und ließ der Konkurrenz keine Chance. Weder die zwischenzeitlich führende Rast noch die ambitionierte Colturi, die auf ihren ersten Weltcupsieg schielte, konnten dem Angriff der US-Amerikanerin etwas entgegensetzen.Lara Colturi durfte sich wieder über einen Podestplatz freuen. © APA / GEORG HOCHMUTH
Aus italienischer Sicht verlief der Abend ernüchternd. Die Azzurre fanden am Semmering nie richtig in den Rhythmus. Lediglich Martina Peterlini und Lara Della Mea qualifizierten sich für den zweiten Durchgang. Peterlini belegte Rang 15 (+5,39), Della Mea fiel nach einem groben Fehler auf Platz 23 (+8,57) zurück.
Das Ergebnis
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