
Marco Odermatt fuhr in einer eigenen Liga. © ANSA / ANNA SZILAGYI
Marco Odermatt: Schlechtes Gewissen nach Wengen-Sieg
Mit einem sagenhaften Wengen-Auftritt hat Marco Odermatt die Ski-Welt verblüfft. Mit seinen starken Aussagen ebenfalls.
17. Januar 2026
Von: det
Marco Odermatt hat in seiner Karriere 52 Weltcuprennen gewonnen, insgesamt 98 Mal ist er auf das Podest gefahren. Dazu kommen Weltmeistertitel und Olympiasiege. Und trotz dieser Erfolge, trotz des enormen Hypes um seine Person, ist der Bursche ein Muster an Demut und Bodenständigkeit geblieben. Das wurde am Samstag einmal mehr klar.
Mit einer schlicht überragenden Fahrt raste „Odi“ in Wengen zum Abfahrtssieg. Unter dem legendären Lauberhorn war dies sein vierter Abfahrtstriumph in Folge – ein beeindruckender Wert, mit dem Odermatt einen Rekord knackte. Niemand hat seit der Einführung des Weltcups 1967 so oft in der Wengen-Abfahrt triumphiert. Bislang teilte sich der Schweizer diesen Rekord mit Beat Feuz und Franz Klammer.
Odermatts Jubelschrei, als er im Ziel ankam. © ANSA / PETER SCHNEIDER
Als Odermatt im SRF-Interview darauf angesprochen wurde, antwortete er: „Ich habe fast ein bisschen ein schlechtes Gewissen, weil Beat mir hier ja alles gelernt hat.“ Eine sehr demütige Aussage, die so nicht jeder treffen würde. Feuz konterte humorvoll und meinte, dass er immerhin noch einen Podestplatz vor Odermatt liege.
„Rekorde“, erklärt Odi weiter, „bedeuten mir im Vornherein nicht viel, aber wenn man sie hat, ist es dann doch schön. Ich wusste nicht einmal, dass heute dieser Rekord fallen könnte. Ich bin hier, um Rennen zu fahren und zu gewinnen. Und das wegen der Emotionen und nicht wegen der Rekorde. Ich war heiß und bereit und wusste: In einem verkürzten Rennen muss man ab dem ersten Stockstoß parat sein. Darum habe ich viel riskiert. Es hat alles perfekt gepasst.“
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