
Florian Schieder und Co. präsentierten sich am Mittwoch in einer starken Form. © APA / HANS KLAUS TECHT
Schieder und Co. fasziniert: „Eine fünfspurige Autobahn“
Die Gladiatoren des Ski Alpin sind am Mittwoch einer magischen Marke gefährlich nahegekommen. Florian Schieder und Co. sind von den Bedingungen auf der Streif in Kitzbühel begeistert.
21. Januar 2026
Aus Kitzbühel

Von:
Christoph Niederkofler
Mit einer Zeit von 1.52,21 Minuten zauberte sich Giovanni Franzoni im zweiten Abfahrtstraining beim Weltcup in Kitzbühel auf den ersten Platz. Wie am Vortag war der 24-jährige Italiener nicht einzufangen und peilt nun die Wiederholung eines besonderen Coups an. Immerhin entschied Franzoni vor einer Woche auch die beiden Trainingseinheiten in Wengen für sich und feierte letztlich im Super-G seinen allerersten Weltcupsieg. Die Omen – sie stehen gut.
Das tun sie auch mit Blick auf einen anderen Meilenstein. Im Jahre 1997 stellte Fritz Strobl nämlich in 1.51,58 Minuten auf der Streif vermeintlich einen Rekord für die Ewigkeit auf. Spätestens seit Mittwoch bröckelt die 29 Jahre alte Bestmarke gewaltig. Das hat aber auch einen einfachen Grund.
Schieder: „Auf einer Autobahn trauen sich alle“
Die Streckenverhältnisse in Kitzbühel waren nämlich einmal mehr hervorragend, bei Kaiserwetter deuteten die Athleten an, was alles möglich ist. Und wenn man bedenkt, dass sich im Training keiner in die Karten schauen lässt, sind die 0,63 Sekunden Differenz zur Strobl-Bestzeit fast schon weniger als ein Wimpernschlag. „Eine Autobahn, eine fünfspurige Autobahn“, fand Florian Schieder eine passende Metapher für die rasante Streif. „Und auf einer Autobahn trauen sich eben alle, schnell zu fahren. Normalerweise geht man hier erst nach dem Zielsprung in die Hocke, heuer ist die Hocke Normalzustand.“„Ich habe die Schlüsselpassagen optimal erwischt. Das stimmt mich zuversichtlich.“ Florian Schieder
Für den 30-Jährigen aus Kastelruth reichte es im zweiten Training zum achten Rang (+0,72). „Ich habe die Schlüsselpassagen optimal erwischt“, ordnete er seine Fahrt ein. „Das stimmt mich zuversichtlich.“ Neben Franzoni waren mit Christof Innerhofer (4./+0,39) und Mattia Casse (6./+0,51) gleich drei Teamkollegen schneller.
Innerhofer findet diese Streif einfach genial
Seit Jahren mischt Innerhofer im Training von Kitzbühel immer ganz vorne mit, in den letzten sieben Streif-Proben landete er stets mindestens auf Platz sieben. „Ich gebe zu, dass ich ab dem Lärchenschuss bis ins Ziel Vollgas gegeben habe. Am Dienstag war es umgekehrt“, so der 41-Jährige. „Die Piste verleitet geradezu zur Attacke, derart genial ist sie zu fahren.“Christof Innerhofer tummelte sich wieder einmal unter den Top-Leuten. © APA / EXPA/ JOHANN GRODER
Zum zweiten Mal in seiner noch jungen Karriere wagte sich Max Perathoner auf die Streif. Drei Tage nach seinem Geburtstag ging es für den 23-jährigen Grödner auf den 54. Rang (+3,85). „Seit ich gestern ins Ziel gekommen bin, hab ich ein Grinsen von einem Ohr zum anderen“, berichtete er von seinen ersten Erfahrungen auf der berüchtigten Strecke. „Heute habe ich versucht, mehr Gas zu geben. Für die Top-Platzierungen reicht es noch nicht, aber das muss es auch nicht. Da arbeite ich mich ganz langsam hin. Es war ein schönes Geburtstagsgeschenk.“Weiter geht es in Kitzbühel am Freitag mit dem Super-G, einen Tag später findet die Abfahrt statt (jeweils ab 11.30 Uhr im SportNews-Liveticker). Der Weltcup wird schließlich mit dem Slalom am Ganslernhang abgeschlossen (10.30/13.30 Uhr).
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