S+
Mikaela Shiffrin und Breezy Johnson umarmen sich nach der verpassten Medaille. © APA / HANS KLAUS TECHT

L Ski Alpin

Mikaela Shiffrin und Breezy Johnson umarmen sich nach der verpassten Medaille. © APA / HANS KLAUS TECHT

Shiffrin emotional: „Noch nie in einer solchen Situation“

Am Dienstag hat Mikaela Shiffrin an der Seite von Breezy Johnson nur knapp eine olympische Medaille in der Team-Kombination verpasst. Niedergeschlagen war der Superstar aber nicht – ganz im Gegenteil.

Mikaela Shiffrin hat bei Olympischen Spielen bereits die gesamte Palette an Emotionen erlebt. Mit nur 18 Jahren krönte sich die US-Amerikanerin 2014 in Sotschi im Slalom erstmals zur Olympiasiegerin, vier Jahre später folgten in Pyeongchang Gold im Riesenslalom und Silber in der Alpinen Kombination. Bei den Winterspielen 2022 in Peking dann der Tiefpunkt: In Slalom und Riesenslalom sowie Alpiner Kombination schied sie aus, das beste Ergebnis war ein vierter Platz im Teambewerb.


Keine Frage: Mit den fünf Ringen hat die 108-malige Weltcupsiegerin noch eine Rechnung offen. Doch ihre Revanche begann mit einem Dämpfer. In der Team-Kombination befand sich Shiffrin dank des starken Laufs von Abfahrtsolympiasiegerin Breezy Johnson auf Goldkurs, in einem engen Showdown und bei nachlassenden Pistenverhältnissen fiel sie jedoch auf Platz vier zurück. Drama, Debakel, Déjà-vu – Schlagwörter, die mit dem bitteren „Blech“ in Cortina d'Ampezzo sofort in Verbindung standen. Doch Shiffrin selbst war von solchen Gedanken weit entfernt. Vielmehr erfuhr sie einen persönlichen und emotionalen Höhepunkt.

Shiffrin: „Eine der größten olympischen Erfahrungen“

„Breezy hat heute in einem unserer Interviews etwas gesagt: Wenn wir mit einer Medaille nach unten gekommen wären, hättet ihr das nie erleben dürfen“, sprach Shiffrin auf einer teaminternen Feier zu Jacqueline Wiles und Paula Moltzan, die dank der Pleite der Favoritinnen Bronze eroberten – ihr erstes Edelmetall bei Winterspielen. „Ihr habt euch das beide mit eurem Herzen und eurer ganzen Seele verdient – und nicht nur mit dem, was ihr heute investiert habt. Sondern durch das, was ihr in den letzten vier, acht oder 30 Jahren gegeben habt.“
„Über die Ziellinie zu fahren und euch alle drei zu umarmen – das war eine der größten olympischen Erfahrungen, die ich je hatte.“ Mikaela Shiffrin

Zwar fühlte Shiffrin aufgrund der vergebenen Medaille mit Johnson mit und entschuldigte sich dafür, die 30-Jährige erlebte am Dienstag jedoch etwas, das so viel mehr wert als eine runde Scheibe um den Hals ist. „Über die Ziellinie zu fahren und euch alle drei zu umarmen – das war eine der größten olympischen Erfahrungen, die ich je hatte“, meinte die achtmalige Weltmeisterin mit brüchiger Stimme. „Ich war noch nie in einer solchen Situation, eine Medaille auf diese Weise mit jemandem aus unserem Team zu feiern.“

Shiffrin: „Für immer in der Geschichte“

So dürfen sich nun drei Athletinnen aus den USA bereits über Medaillen im Ski Alpin freuen. Und die Disziplinen, in welchen sie zu den Favoriten zählen stehen erst noch an. Am 15. Februar zählen Shiffrin und Moltzan im Riesenslalom (ab 10.00 Uhr im SportNews-Liveticker) zu den Anwärterinnen auf Medaillen, am 18. Februar stehen die Chancen im Slalom (ab 10.00 Uhr im SportNews-Liveticker) sogar noch höher.

„Ihr könnt euch diese Medaillen um den Hals hängen. Und das, was ihr erreicht habt, steht für immer in der Geschichte geschrieben“, meinte Shiffrin. Ein Gefühl, welches sie an den kommenden Tagen nur allzu gerne selbst wieder verspüren würde.

>>> Hier geht es zur Olympia-Sonderseite. <<<

Kommentare (1)

Bestätigen Sie den Aktivierungslink in unserer E-Mail, um Ihr Konto zu verifizieren und Kommentare zu schreiben. Aktivierungslink erneut senden
Vervollständigen sie Ihre Profil-Angaben, um Kommentare zu schreiben.
Profil bearbeiten

Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen.

Hermann Zanier

Die Geschichte hat eine gewisse Ähnlichkeit mit dem, was Vinatzer durchmachen musste. Er soll auch nicht den Kopf hängen lassen und grübeln. Auf diesem Slalomhang darf man nicht grübeln.

11.02.2026 11:09

© 2026 First Avenue GmbH