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Mikaela Shiffrin hatte so einiges zu sagen. © APA/afp / FABRICE COFFRINI

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Mikaela Shiffrin hatte so einiges zu sagen. © APA/afp / FABRICE COFFRINI

Shiffrins scharfe Worte über Fairness und Frustration

Der Fall Semmering sorgt weiter für Gesprächsstoff im alpinen Skiweltcup. Nach dem umstrittenen Slalom am Wochenende meldete sich nun Mikaela Shiffrin mit einem ausführlichen Statement auf Instagram zu Wort.

Zunächst gratulierte die Gesamtweltcupführende Camille Rast und Lara Colturi zu ihren starken Läufen. Gleichzeitig stellte Shiffrin aber klar: „Der Slalom vom Sonntag war kein gutes Bild für unseren Sport.“ Eine Kombination aus falschen Entscheidungen und einer mangelhaften Präparierung habe im Laufe der Woche zu einer extrem instabilen Piste geführt. „Für die ersten Startnummern hat der Hang noch halbwegs gehalten, doch ab Nummer 15, 20 oder 30 wurde der Zustand extrem“, so Shiffrin. Für viele Athletinnen sei die Strecke damit grenzwertig und kaum noch sicher zu fahren gewesen.


Besonders beschäftigt habe sie die Stimmung unter den Läuferinnen. „Ich habe mit mehreren Athletinnen im Ziel gesprochen, die frustriert, verunsichert und teilweise sogar ängstlich am Start standen“, schrieb Shiffrin. Die Zahlen untermauern diesen Eindruck: 40 von 79 Starterinnen schieden im ersten Durchgang aus – der höchste Wert seit 1999. Insgesamt 44 Ausfälle über zwei Läufe seien „nicht unterhaltsam, sondern brutal und schwer anzusehen“. Auch wenn es keine schweren Verletzungen gegeben habe, betonte Shiffrin: „In einem ohnehin riskanten Sport müssen wir alles tun, um Rennen so sicher, fair und sinnvoll wie möglich zu gestalten.“


Kritisch äußerte sich Shiffrin auch zur kurzfristigen Änderung vor dem zweiten Durchgang (hier genaueres zu dem Vorfall). „Die Anpassung war aus Sicherheitsgründen notwendig“, hielt sie fest, „aber sie hätte vor der Besichtigung erfolgen müssen – nicht während die Athletinnen bereits auf der Strecke waren.“ Die Situation habe für Verwirrung, Verzögerungen und Fragen zur Fairness gesorgt. „Es ging dabei in keiner Weise um einen Vorteil“, stellte Shiffrin klar. Ihr Appell ist eindeutig: Athletinnen, Trainer, Verbände und die FIS müssten gemeinsam daran arbeiten, solche Situationen in Zukunft zu vermeiden.

Zustimmung aus dem eigenen Lager

Unterstützung bekam Shiffrin auch von Teamkollegin Paula Moltzan, für die das Wochenende am Semmering ebenfalls alles andere als gut verlief. Die 31-Jährige stürzte im Riesenslalom und schied im Slalom im zweiten Durchgang aus. In einem Instagram-Beitrag schrieb Moltzan: „Das waren einige der schwierigsten Rennbedingungen, die ich je im Weltcup gesehen habe“. Ihrer Meinung nach brauche die FIS klarere und vor allem einheitliche Vorgaben bei der Pistenpräparierung. „Es geht hier nicht nur um Fairness“, so Moltzan, „sondern um die Sicherheit der Athletinnen.“

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