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Mikaela Shiffrin holte sich den Sieg. © APA / GEORG HOCHMUTH

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Mikaela Shiffrin holte sich den Sieg. © APA / GEORG HOCHMUTH

Wirbel um Shiffrin: Hätte sie disqualifiziert werden müssen?

Dieser Slalom wird noch lange Gesprächsthema sein: In Semmering herrschte am Sonntag das Chaos vor – und mittendrin: Superstar Mikaela Shiffrin.

Es ist schon ein kurioses Bild: Fünf Slaloms gingen in dieser Saison bislang über die Bühne, fünf Mal hieß die Siegerin Mikaela Shiffrin. Doch so knapp wie am Sonntag in Semmering war es noch nie. Die Zweite, Camille Rast, lag nur neun Hundertstelsekunden hinter der US-Amerikanerin. Das war allerdings nicht der Grund, warum bei diesem Rennen die Wogen hochgingen. Um Shiffrin gab es nämlich einiges an Wirbel.


Zum Aufreger kam es vor dem zweiten Durchgang. Bevor Shiffrin den Lauf besichtigte, beschwerte sich die US-Amerikanerin bei den Verantwortlichen, dass eine Passage am Zauberberg zu gefährlich sei. Nach längeren Diskussionen wurde eine Kursänderung an der entsprechenden Stelle vorgenommen. Das hatte jedoch einen brisanten Nebeneffekt, denn: Alle Athletinnen hatten zu jenem Zeitpunkt die Besichtigung schon hinter sich – nur Shiffrin und die Lettin Dzenifera Germane nicht. Sie durften den Kurs, inklusive der abgeänderten Passage, noch einmal unter die Lupe nehmen.

Shiffrin fuhr in Semmering zum Sieg. © APA / GEORG HOCHMUTH

Shiffrin fuhr in Semmering zum Sieg. © APA / GEORG HOCHMUTH


Was zur nächsten brisanten Situation führte: Shiffrin beendete ihre Laufinspektion rund zehn Minuten nach der eigentlichen Sperrfrist. Normalerweise wird dieses Vergehen mit einer Disqualifikation geahndet, weshalb ein Protest mehrerer Nationen im Raum stand. Doch am Ende blieb der Regelverstoß für Shiffrin ohne Konsequenzen, auch, weil es streng genommen kein Regelverstoß war. Denn: FIS-Renndirektor Markus Mayr hatte die Besichtigung kurzfristig um 15 Minuten verlängert. Eine Tatsachenentscheidung, an der nicht zu rütteln ist.
„Es muss fair für alle sein.“ Beat Tschuor, Schweizer Damen-Trainer

Alle Athletinnen des zweiten Laufes bekamen zwar per Video die umgeänderte Passage erklärt. Trotzdem blieb bei vielen ein fader Beigeschmack zurück. Auf die Frage, ob Shiffrin einen Vorteil hatte, antwortete die zweitplatzierte Camille Rast: „Wahrscheinlich schon.“ Und sie ergänzte: „Wir können zwei Tore auch mit Köpfchen fahren, wenn die Piste dort nicht so gut ist.“

Und der Schweizer Trainer Beat Tschuor, der bei der Jury einen Protest prüfte, erklärt, dass er mit diesem Vorgehen nicht einverstanden sei. „Mir war es wichtig, ein Zeichen zu setzen, dass es so nicht geht. Es muss fair für alle sein.“

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