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Olympia in Bormio war für Linus Straßer kein Highlight. © APA / EXPA/ JOHANN GRODER

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Olympia in Bormio war für Linus Straßer kein Highlight. © APA / EXPA/ JOHANN GRODER

Skistar rechnet mit Bormio ab: „Für'n Arsch“

Der neunte Platz im Slalom und das verpasste Happy End seiner Olympia-Karriere schienen Linus Straßer sportlich kaum zu interessieren. Vielmehr ärgerte sich der Deutsche über die Olympia-Organisation.

Der Routinier verließ noch während des finalen Torlaufs das Zielstadion und fällte ein vernichtendes Fazit über die Winterspiele in Mailand und Cortina mit ihrem Ski-Ableger in Bormio. „Es ist für'n Arsch. Sagen wir, wie es ist.“


Und damit meinte der 33-Jährige nicht den Slalom als Abschluss der Männer-Wettkämpfe von Bormio. Mit Tribünen in großer Entfernung und einer Trennung der Athleten von den Fans und Freunden sei Olympia deutlich weniger emotional als etwa die Weltcup-Klassiker von Kitzbühel, Adelboden oder Schladming. „Das willst du doch erleben und nicht so ein steriles Ding“, sagte Straßer.

In Bormio, wo bei diesen auf ganz Norditalien verteilten Winterspielen nur die alpinen Ski-Männer – und erst nach deren Abreise die Skibergsteiger – im Einsatz waren, sei kein olympisches Flair oder Miteinander zu spüren gewesen. Auch andere Ski-Asse hatten sich bereits darüber beschwert.

Menschen verbinden? „Container neben dem Friedhof“

Das hatte Wolfgang Maier, Sportvorstand des Deutschen Skiverbandes, auch bemängelt. „Bei der Eröffnungsfeier hat man gezeigt, wie man die olympischen Ringe zusammenführt und wie man Menschen verbindet über den Sport“, sagte er. „Und jetzt sind wir hier in der Enklave und die Container stehen knapp neben dem Friedhof.“ Das Zielstadion, daneben die Presse- und Funktionärszelte sowie weitere Technik-Container wurden in Bormio tatsächlich direkt neben einem Friedhof aufgebaut.

Für Straßer strahlt Mailand-Cortina kein Olympia-Flair aus. © APA/afp / FABRICE COFFRINI

Für Straßer strahlt Mailand-Cortina kein Olympia-Flair aus. © APA/afp / FABRICE COFFRINI

Straßer-Rückblick: „Peking gar nicht so schlecht“

Der Deutsche Slalom-Spezialist fällte auch deswegen ein bemerkenswertes Resümee. „Bormio zeigt mir eigentlich, dass Peking gar nicht so schlecht war“, sagte er. „Das zwar mit Corona, das war ein bisschen anstrengend alles, aber wir waren in einem olympischen Dorf, Eiskanal-Athleten waren dabei, es war ein Riesen-Speisesaal, es war ein Miteinander.“ 2022 in China waren wegen der Pandemie keine Zuschauer zugelassen. Doch selbst das sei im Vergleich mit Bormio – in einer Wintersport-Kernregion – nicht so schlimm gewesen.

Schon im ersten Durchgang hatte er sich Straßer über die Olympia-Organisation geärgert, als ihm verboten wurde, im Ziel seinen guten Freund AJ Ginnis nach dessen letztem Rennen gebührend zu empfangen. „Das ist typisch Olympia, oder?“, sagte er. „Lasst doch einmal irgendwas... aber gut, alles für die Show, für die sterile.“
Im Skirennsport ist es Usus, dass Athleten nach ihren letzten Fahrten im Ziel von Weggefährten in Empfang genommen werden. „Nicht würdig“ gegenüber den Sportlern sei solch ein Verhalten der Olympia-Macher, kritisierte Straßer.

Kommentare (1)

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Hermann Zanier

Da ist schon auch etwas Frust vorbei, oder er denkt an die eigene Abschiedsfahrt nach. Die kann er ja im Dirndl machen.

16.02.2026 17:46

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