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Florian Schieder schaffte es auf der Streif nicht ins Ziel. © APA/afp / JOE KLAMAR

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Florian Schieder schaffte es auf der Streif nicht ins Ziel. © APA/afp / JOE KLAMAR

Südtiroler in Kitzbühel: Zwischen Ärger und Stolz

Die Südtiroler Speed-Elite präsentierte sich nach dem Super-G von Kitzbühel mit den unterschiedlichsten Gefühlen. Florian Schieder, Christof Innerhofer, Dominik Paris und Max Perathoner standen Rede und Antwort.

Aus Kitzbühel

Christoph Niederkofler

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Christoph Niederkofler

Bis zur Hausbergkante war für Florian Schieder noch alles drin. Bei der dritten Zwischenzeit lag der Kastelruther nur 0,25 Sekunden hinter dem späteren Sieger Marco Odermatt, mit der hohen Startnummer 49 schnupperte er nicht nur am ersten Top-10-Platz im Super-G in seiner Karriere, sondern sogar an einem sensationellen Podest. Der darauffolgende Sprung missglückte jedoch und Schieder kam zu Sturz: Vorneweg: Der 30-Jährige überstand den Zwischenfall unbeschadet.


„Bei der Hausbergkante hat es mich leicht verrissen, deswegen hatte ich einen so hohen Luftstand. Dass ich einmal bei einem Sprung Probleme haben würde, hätte ich mir nie vorstellen können“, meinte Schieder anschließend gegenüber SportNews. „Ich kam auf einem Fuß an und musste in den Schnee.“

Schieder: „Von der ersten Kurve an ein super Gefühl“

In den vorangegangenen Passagen fand der Südtiroler in den viel zitierten Flow. „Ich hatte von der ersten Kurve an ein super Gefühl, die Piste war in einem perfekten Zustand, die Skier waren sagenhaft“, schwärmte er. Die schicksalhaften Meter vor seinem Abflug hätten ihn gewissermaßen überrascht. „Es ging bei jener Passage viel direkter dahin, als ich mir eingeprägt habe. Wenn der Ärger verraucht ist, überwiegt ganz sicher wieder das gute Gefühl, das ich zurzeit habe.“
„Am liebsten würde ich jetzt gleich schon wieder hoch.“ Florian Schieder

Bestenfalls kann er letzteres in der Abfahrt am Samstag in eine Top-Platzierung ummünzen. 2023 und 2024 raste er auf der Streif zweimal auf Platz zwei, bekanntlich sind aller guten Dinge drei. „Am liebsten würde ich jetzt gleich schon wieder hoch“, zeigte sich Schieder motiviert.

Innerhofer: „Hut ab vor dem Mut“

Ein ähnliches Gefühl dürfte Christof Innerhofer begleiten. Für den 41-Jährigen aus Gais ging es im Super-G auf Platz zehn, mit welchem er sich anschließend zufrieden zeigte. „Oben habe ich Gas gegeben, am Hausberg dann wie im letzten Jahr zu weit nach links gezogen“, ordnete er seine Fahrt ein. „Dadurch komme ich in Schwierigkeiten, weil ich durch die Welle mit zu wenig Richtung fahre. So bekommt man die volle Komprension ab.“

Christof Innerhofer fuhr eine weitere Top-Platzierung ein. © pentaphoto

Christof Innerhofer fuhr eine weitere Top-Platzierung ein. © pentaphoto


Der Altmeister, der zum 49. Mal in seiner Karriere für ein Rennen in Kitzbühel gemeldet war, hob auch seine Herangehensweise hervor: „Hut ab vor dem Mut, den ich auf die Piste mitbrachte, vor dem Willen zu riskieren. Mit einer perfekten Fahrt bin ich sechs Zehntel schneller.“ Deutlich kurzsilbiger meldete sich Dominik Paris nach seinem achten Rang zu Wort. „Was soll ich lange sagen? Es ist immer etwas“, meinte er. „So ist es nicht gut genug. Die Piste ist so leicht, jeder gibt 150 Prozent. Es gibt keine besonderen Schwierigkeiten. Da ist ein Sieg unmöglich, wenn man Fehler macht.“

Perathoner und sein „wundervoller Tag“

Mit einem Lächeln zum Interview begab sich Max Perathoner. Der 23-jährige Grödner fuhr bei seinem Debüt auf der Streif in die Punkte (28.) – und das zum zweiten Mal in seiner noch jungen Laufbahn. „Ein wundervoller Tag“, fasste er seinen Ritt auf der wohl berühmtesten Piste der Welt zusammen. „Ein riesiges Publikum, so viele Menschen, die man bis ins Starthaus hört. So viele Leute im Ziel zu sehen – das habe ich nur hier erlebt.“

Max Perathoner beim Weltcup in Kitzbühel. © ANSA / ANNA SZILAGYI

Max Perathoner beim Weltcup in Kitzbühel. © ANSA / ANNA SZILAGYI


Vor den Augen seiner Familie bezwang Perathoner legendäre Abschnitte wie Seidlalm, Lärchenschuss, Hausbergkante und Traverse. Wie er an diese beispiellose Herausforderung herangegangen ist? „Ich wollte nichts erfinden, mich an die Linie halten und mich zu überwinden, um ein gewisses Risiko eingehen zu können“, erläuterte er. „Ich denke, dass ich es von der Hausbergkante weg ganz gut erwischt habe. Das erste Stück habe ich richtig verhauen, das habe ich sofort gemerkt. Aber ab der Hausbergkante hat es super funktioniert.“

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