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Südtiroler Ski-Juwel: Anna Trocker hat ihre ersten Olympischen Spiele bestritten. © FELICE CALABRO' / Felice Calabro'

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Südtiroler Ski-Juwel: Anna Trocker hat ihre ersten Olympischen Spiele bestritten. © FELICE CALABRO' / Felice Calabro'

Trost von Mama: Anna Trockers Lächeln ist schnell zurück

Anna Trocker war Südtirols jüngste Olympiateilnehmerin. Am Mittwoch gingen ihre ersten Winterspiele früher als geplant zu Ende. Das Lächeln kehrte aber schnell in ihr Gesicht zurück.

Aus Cortina d'Ampezzo

Thomas Debelyak

Von:
Thomas Debelyak

Es war eine Szene, die sich fernab des Renngeschehens abspielte. Und doch zeigte sie, welch einen Ehrgeiz die junge Anna Trocker in sich trägt. Die Völserin ist am Mittwoch bei ihrem zweiten Olympia-Auftritt – dem Slalom – im ersten Durchgang auf halber Strecke ausgeschieden. Anschließend war die 17-Jährige „sierig“, wie sie später gegenüber SportNews sagen wird. Trocker stand lange Zeit neben dem Zielraum, schüttelte immer wieder den Kopf, man sah, wie sehr sie dieser Ausfall ärgerte.


Es bedurfte also vieler warmer Worte und einiger Umarmungen von Mama Manuela Mair, damit der gesenkte Kopf der jungen Anna wieder nach oben ging. „Mama hat mir gesagt, dass ich mir nichts draus machen soll. Es sei nichts passiert, und sie sei trotzdem sehr stolz, dass ich hier meine ersten Olympischen Spiele gemacht habe.“ Spätestens da hellte sich die Miene der jungen Anna wieder auf.

Hier ist Anna Trocker ausgeschieden.

Hier ist Anna Trocker ausgeschieden.


Mama Manuela weiß natürlich, wie man mit solchen Situationen umgehen muss – als Mutter, aber auch als Sportlerin, immerhin war sie früher ebenfalls Skifahrerin. Ende der 90er-Jahre hat sie eine Handvoll Einsätze im Weltcup gesammelt.
„Ich werde diese Tage nie mehr vergessen.“ Anna Trocker

„Ich hatte schon am fünften Tor einen Fehler und konnte mich nur mit Mühe im Kurs halten. Ab da habe ich den Rhythmus verloren, bis ich schließlich im Mittelteil eingefädelt habe“, analysiert Trocker. Dennoch waren ihre ersten Olympischen Spiele ein Highlight, wie sie erklärt. „Hier, mit den weltbesten Skifahrerinnen zu sein, war eine unglaubliche Erfahrung. Ich werde diese Tage nie mehr vergessen“, so der Teenager, der vor allem mit dem zehnten Platz in der Team-Kombi aufgezeigt hat.

Interviews, Kameras, Selfies: Eine neue Welt

Der Aufstieg von Trocker ist enorm steil verlaufen, innerhalb von wenigen Wochen ist sie vom Nor-Am-Cup (vergleichbar mit Europacup) in den Weltcup und zu den Olympischen Spielen gestürmt. „Anfangs war der Rummel schon etwas komisch. So viele Interviews, so viele Kameras überall, die Leute, die mich um Fotos fragten – das ist eine andere Welt. Doch ich habe mich schnell daran gewöhnt“, erklärt Trocker.
„Wenn ich wieder zur Schule gehe, muss ich richtig Gas geben.“ Anna Trocker

Geht’s nun wieder zurück in die Schule? Immerhin besucht die 17-Jährige die vierte Klasse des Skicolleges WFO Raetia in St. Ulrich. „Ich bin schon länger nicht mehr da gewesen, mit dem engen Ski-Programm ist es einfach schwierig. Das bedeutet aber, dass ich mich mächtig ins Zeug legen muss, wenn ich wieder in die Klasse komme“, sagt Trocker. Auch bei diesen Sätzen huscht ihr ein Lächeln übers Gesicht.

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