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Ramon Zenhäusern hat offen über seinen Neuanfang gesprochen. © APA/afp / JEFF PACHOUD

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Ramon Zenhäusern hat offen über seinen Neuanfang gesprochen. © APA/afp / JEFF PACHOUD

„Tut schon weh“: Olympiasieger reagiert auf Rauswurf

Auch ohne festen Platz im Kader von Swiss-Ski denkt Ramon Zenhäusern nicht ans Aufhören. Der 33-jährige Schweizer richtet seinen Blick vielmehr nach vorne – mit eigenständiger Planung, neuem Material und unverändertem Ehrgeiz.

Seit Ende April ist klar, dass Zenhäusern künftig nicht mehr Teil eines nationalen Kaders sein wird und stattdessen auf Regionalebene zurückgestuft wurde. Dennoch bleibt der Olympiasieger, Weltmeister und sechsmalige Weltcupsieger dem Leistungssport treu. Bereits zuvor hatte er öffentlich klargemacht: „Nach reiflicher Überlegung und Selbstreflexion bin ich zu dem Schluss gekommen, dass die Flamme für den Skirennsport keineswegs erloschen ist“.


Im Gespräch mit blue Sport erklärte er nun seine Beweggründe noch konkreter. „Der erste Bewegungsgrund ist sicher der Spaß, den ich nach wie vor habe beim Skifahren. Aber was ich mir auch gesagt habe: Es ist einfach noch zu viel Potential da.“ Seine Überzeugung in die eigenen Fähigkeiten sei nach wie vor ungebrochen: „Ich glaube an meine Fähigkeiten und an mein Können. Das sieht man nach wie vor im Training und auch die Trainer bestätigen mir das.“

Zenhäusern „in den gleichen Topf geworfen“

Der Ausschluss aus dem Kader ging dennoch nicht spurlos an ihm vorbei. „Emotional tut das schon weh, wenn ich ehrlich bin“, gab Zenhäusern offen zu. Besonders der Vergleich mit anderen Athleten trifft ihn: „Wenn man mit anderen Fahrern verglichen wird, die an einem anderen Punkt in ihrer Karriere sind und vielleicht bei weitem noch nicht so viel erreicht haben – oder auch das Potential nicht haben, so viel zu erreichen – wenn man dann in den gleichen Topf geworfen wird, dann tut das schon ein bisschen weh.“

Ramon Zenhäusern hat für die Schweiz große Erfolge gefeiert. © APA/afp / CHARLY TRIBALLEAU

Ramon Zenhäusern hat für die Schweiz große Erfolge gefeiert. © APA/afp / CHARLY TRIBALLEAU


Trotzdem bleibt die Verbindung zum Verband bestehen. Swiss-Ski signalisiert weiterhin Unterstützung, auch wenn Zenhäusern große Teile seiner Vorbereitung eigenständig organisieren und finanzieren muss. Erst im Spätherbst ist eine schrittweise Rückkehr ins Teamtraining geplant. Parallel dazu arbeitet der Routinier daran, seine finanzielle Situation zu klären und neue Sponsoren zu gewinnen. „Finanziell bin ich mich momentan am organisieren. Je nachdem, wie sich das entwickelt, kann ich dann planen, wie viel ich mir in der Vorbereitung finanziell erlauben kann.“

Eine wichtige Veränderung steht bereits fest: Nach Jahren bei Rossignol wechselt Zenhäusern zum Ausrüster Völkl. Mit dem neuen Setup verfolgt der Schweizer ein klares Ziel: wieder konstant seine beste Leistung abrufen. „Das ist mein Ziel. Dann glaube ich, dass ich noch extrem viel erreichen kann.“ Zusätzliche Motivation liefert ein Großereignis im eigenen Land: „Und klar: Die Weltmeisterschaft vor der Haustür in Crans-Montana war sicher auch ein Grund mehr, weiterhin Ski zu fahren.“

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